Ohren auf: Park Sounds

| Foto: Sven Lorenz

Grün, groß und leise – so präsentieren sich Stadtparks meistens. Nicht ganz in das Bild passen will der Essener Stadtgarten im Juni. Die „Park Sounds“ halten Einzug und bereichern die entspannte Park-Atmosphäre musikalisch.

Jeweils von 20 bis 22 Uhr erklingen an verschiedensten Stellen des Parks elektronische Musikstücke. Dahinter steckt eine Kooperation der Philharmonie mit der Folkwang Universität der Künste. Die Studierenden des Instituts für Computermusik und Elektronische Medien (ICEM) haben die Tracks zusammen mit ihren Dozenten erarbeitet. Es sind häufig Remixe aus bereits bekannten Stücken, aber auch einige ganz eigene Kreationen.

Günter Steinke ist Professor für Instrumentalkompositionen an der Folkwang Universität und leitet bereits im dritten Jahr eine der Klanggruppen. Ihm ist es wichtig, dass die Abende thematisch offen bleiben: „Man kann aus allen Bereichen etwas hören. Und das soll auch mal die Ohren öffnen, und zwar für andere Musik, als man sie vielleicht im Alltag mag.“ Für ihn kann es bei den Klängen im Park ruhig schräg werden. Mit einem ausgefeilten dramaturgischen Konzept will er mit seinen Studierenden gemeinsam einen Bogen von Unterhaltungsmusik zur Kunstmusik spannen. Dabei darf es innerhalb der zwei Stunden sogar Ausflüge in härtere Genres wie Rock oder Techno geben. Das Besondere, das alle Stücke verbindet, ist für ihn, dass sie über mehrere Kanäle laufen „Wir wollen, dass der Sound nicht nur stereophon ist, sondern dass der Klang sich im Raum bewegt. Er wird durch die vielen Boxen überall im Park wandern.“

Problematisch war in den letzten Jahren für die Park Sounds vor allem das Wetter: Das wollte die entspannte Parkidylle nicht so richtig unterstützen. Christoph Dittmann von der Philharmonie war trotzdem mehr als zufrieden: „Dafür war der Park aber sehr beliebt. Es war immer voll.“ Die Park Sounds hätten sich bereits etabliert. „In den letzten Jahren haben die Leute es einfach als musikalische Untermalung genutzt.“ Und auch in diesem Jahr sind alle wieder eingeladen, ihren Picknick-Korb auszupacken, sich in die bereitgestellten RWE-Liegen zu hängen und den Abend zu genießen.

Und wem nach so viel Musikkunst am Ende der Woche noch nach einem furiosen Abschluss der Sounds zumute ist, den lädt die Philharmonie (direkt neben dem Stadtgarten) zu Ein Sommernachtstraum: „Paradise Lost“ ein. Ein gebührend sommerliches Schluss-Event.

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