Johnossi: Dramatische Suche

Diese Band ist wie ein Schweizer Taschenmesser, für jede Gefühlsregung ist mit einem kleinen Handgriff sofort das passende Werkzeug zur Hand. Ihre Musikalität ist im ursprünglichen Sinne unbeschreiblich. Keine Frage: In Johnossi vereint sich das Beste aus allen musikalischen Welten.

Wie kaum eine zweite Band haben Johnossi das leichte Gespür für Pop, das schräge Rückgrat einer Indieband, die unbändige Power des Rock, die Experimentierfreude einer Krautrock-Kommune und das unvergleichliche Händchen, aus vielen Stücken Ohrwürmer zu machen, die den Zuhörer nicht mehr loslassen wollen. Noch eine weitere Besonderheit ist es, dass diese Band nur aus zwei Personen besteht. Die beiden, John Engelbert und Oscar „Ossi“ Bonde, lernten sich bereits zu Schulzeiten in der schwedischen Hauptstadt Stockholm kennen. John betätigt sich als Singer/Songwriter und fragte seinen Kumpel Ossi um Hilfe bei der Fertigstellung einiger Akustiknummern. Der Rest ist Mathematik: John plus Ossi gleich Johnossi – eine Formel, die eine kreative Marke mit großer Strahlkraft geworden ist.


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Bei ihren Konzerten singt John und spielt dazu Akustikgitarre; Ossi bedient das Schlagzeug und singt manche Passagen. Zwei Typen, eine Gitarre, ein Schlagzeug – das klingt einfach und unkompliziert. Aber diese beiden Skandinavier zaubern von der Bühne einen Breitwand-Sound ins Publikum, dass der Zuhörer (wenn er die Augen schließt) doch eher ein Quintett vermuten würde. Ihre Profession bringen Sie einfach auf den Punkt, für Ossi ist sein künstlerischer Antrieb eine Art persönliche Suche: „Die Menschen sind immer auf dem Weg nach irgendetwas, und vielleicht ist dieses unbekannte Herumstochern etwas Besonderes. Denn diese dramatische Suche dauert ein Leben lang. Vielleicht träumen viele Menschen ein bisschen zu viel, weil sie nicht wirklich wissen, was sie wollen. Ich denke, es ist eine Eigenart, dass man nicht genau weiß, was man eigentlich sucht im Leben. Dinge passieren manchmal einfach.“

Wo Ossi sich easy und fast schon ein bisschen hippiehaft inszeniert, zeigt sich die Weltsicht von John etwas pragmatischer: „Ich schreibe ja die Texte für Johnossi und habe mich diesmal bei unserem neuen Album ‚Transitions’ an einer anderen Form des Textens ausprobiert. Vielleicht sehen die Sachzwänge um mich herum nicht viel anders aus, als noch vor fünf Jahren. Aber ich habe jetzt einen anderen Horizont, als noch zu dem Zeitpunkt, als ich die Texte für unser erstes Album schrieb. Ich weiß nicht wirklich, wo all das ganze Zeug für meine Lyrics herkommt und was sich eigentlich wirklich hinter der Musik versteckt. Aber wenn wir nach einer Probe denken, es ist ein guter Song entstanden, dann ist das aus unserer Sicht auch ein guter Song.“ Ihren neuen Longplayer spielten die beiden am Stadtrand von Stockholm ein, in einem Vorort namens Gröndal. „Wir haben alles live eingespielt“, betont Ossi und ergänzt: „Es waren wirklich total intensive Aufnahmesessions. Als wir mit der Produktion für das Album fertig waren, hatten wir wirklich ein übertrieben gutes Gefühl. Wir sind danach sehr glücklich nach Hause gegangen.“

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