Sayee: Streichergebnis

Es gibt Bands wie Sayee, bei denen das Verhältnis künstlerischer Output zu monitärem Input in Richtung des ersteren verschoben ist. Die Folge ist dann ein „Luxus-Problem“.

Und genau davor standen Sayee am Anfang des Jahres. Denn plötzlich verlangten 21 geschriebene Lieder nach Veröffentlichung. Doch leider unterliegt eine CD dem physikalischen Gesetz der Endlichkeit und die 21 Songs wollten partout nicht auf eine CD passen, denn Sayee sind nun mal keine Punk-Combo, und ihre Lieder allesamt länger als drei Minuten. Dazu muss man noch wissen, dass die Veröffentlichung einer Doppel-CD bei Selbstfinanzierung einem wirtschaftlichen Selbstmord gleich kommt. Was zur Folge hatte, dass sieben Songs aus dem Aufgebot gestrichen werden mussten. Eine schwere Entscheidung, doch Sayee-Gitarrist Hannes Prietz und seine Mitstreiter fanden schließlich einen Kompromiss.

„Zunächst haben wir mal alle 21 Songs aufgenommen. Nach vielen reiflichen Diskussionen haben wir dann 14 ausgewählt, die auf das Album kamen und uns den Rest für eine andere Verwertung aufbewahrt.“ In Betracht dafür kämen dann laut Hannes entweder eine EP, oder man benutzt einen der unveröffentlichten Songs für einen Sampler-Beitrag, falls es dazu kommen sollte. „Oder auch als Futter für zwischendurch zum Posten auf Facebook oder so. Man hat dann einfach noch was in der Hand bis zum dritten Album.“

Von der Idee, ein drittes Album relativ schnell folgen zu lassen und die Songs darauf zu veröffentlichen, hält Hannes indes nicht so viel: „Nein, auf keinen Fall auf ein nächstes Album, da sollten dann auch wirklich nur neue Songs drauf.“ Die Recycling-Idee findet trotz schmaler Kasse keinen Anklang, dazu sind Sayee einfach zu produktiv. „Ideen sind immer genügend vorhanden, so dass wir möglicherweise wirklich schon im nächsten Jahr ein neues Album planen können.“

Aufgenommen wurde das neue Album mit dem Titel „Blinded“ wieder zusammen mit Marcel Sachsenröder im Tonatelier, die Songs pendeln gekonnt zwischen Rock, Pop, Blues und Soul, vor allem der Gesang der aus dem Iran stammenden Sängerin Mehrra Solh macht aus Sayee eine besondere Band. Erscheinen wird „Blinded“ beim Label von Marcel Sachsenröder, LnK Records.

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