Jan Röttger & Friends: Anarchie inklusive

| Foto: parickessex.com

Gitarre, Bass, Drums, Stimme – alles, was eine Band braucht, sollte man meinen. Wer allerdings Jan Röttgers Musik kennt, weiß: Nee, reicht nicht. Hier gesellen sich noch Trompete, Flügelhorn, Hammond, Violine und Cello hinzu. Oder wie es ein Text für die Presse formuliert: „Begleitet von einer für den Pop-Kontext außergewöhnlichen Besetzung, bleibt jede Sekunde Jan Röttger eine Sekunde absoluter Präsenz und Spielfreude.“

Zweieinhalb Jahre hat er nach eigener Aussage jetzt ausprobiert, zweieinhalb Jahre, „in der die Band sich finden musste“ – nun hat sie sich aber so was von gefunden, dass man nicht mehr länger warten konnte, das Erschaffene zu konservieren. „Wir müssen da endlich mal was raushauen, damit die Leute was haben“, erzählt Jan Röttger, der das lang erwartete Album „Present Future Anarchy“ über Crowdfunding ermöglicht hat. „Mit einem fertigen Album kann man natürlich besser auf die Suche nach einem Label gehen“, berichtet er. Und dabei will es die Band nicht belassen.

Zur Release-Show in Wuppertal rückt ein befreundetes Kamerateam an, um den Abend mitzuschneiden. „Zusätzliches Material, damit man auch was zeigen kann“, wie der Wahlberliner mit Wuppertaler Wurzeln meint.

Und zu zeigen gibt es schließlich eine Menge. Zum Beispiel ebenjene sechsköpfige Multiinstrumental-Formation, die den Spagat Halle/Wohnzimmeratmo hinbekommt. „Sie spannen gemeinsam einen großen Bogen voll melancholischem Kolorit zwischen Ekstase, Rotz-Attitüde und dem Charme einer verschmitzten Jungs-Band.“ Zum Beispiel Sänger und Gitarrist Röttger, der, so die Ankündigung „manche seiner Lieder mit einem verklärten Lächeln und andere mit der geballten Faust in der Tasche schreibt. An der Spielfreude, mit der er die
verschieden Songs interpretiert, ändert das aber nichts.“

Mit „Present Future Anarchy“ könnte es für die Band einen guten Schritt nach vorne gehen. „Wir wollen das Ganze jetzt jedenfalls auch formal professionalisieren“, so Jan. Es soll beispielsweise eine Booking-Agentur ins Boot geholt werden, damit nicht nur in der Heimatstadt die Halle gut gefüllt wird. Für den Abend in Wuppertal zieht Jan Röttger aber natürlich alle Register: Im Vorprogramm gibt es Uncle Ho unplugged zu hören, und sein Berliner Kollege Georg auf Lieder ist ebenfalls mit im Boot.

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