Tommy Finke: Kreative Masse

| Foto: dorson.de

Ob solo auf dem Stadtteilfest oder mit großer Band bei Bochum Total – Tommy Finke kommt vorbei, wenn man ihn einlädt und nimmt mit auf die Bühne, was drauf passt. Mit seinen deutschsprachigen Songs reist der Bochumer im Moment quer durchs Land, sein drittes Album „Unkämmbar“ ist inspiriert von zu Hause und der fernen Welt. Inga Pöting sprach mit dem Singer-Songwriter über junge Kunst und Herzscheiße.

Wie entsteht bei dir neue Musik?

Meistens staut sich langsam eine kritische kreative Masse an, die irgendwann raus muss – ich setze mich dann hin, und wenn es gut läuft, ist nach zehn Minuten das rohe Konstrukt eines Liedes fertig. Mittlerweile sind meine fertigen Songs sehr nah an dem dran, was auch wirklich in meinem Kopf ist. Es sind ehrliche Geschichten. Früher habe ich mich viel auf den Produzenten verlassen, und die Lieder klangen sehr poppig. Heute haben sie Ecken und Kanten.

Warum hast du ein eigenes Label?

Retter des Rock Records habe ich 2007 gegründet, weil damals niemand meine erste Platte veröffentlichen wollte. Erst drei Jahre später bin ich bei Roof Music untergekommen. Heute vertreibe ich mit meinem Label die Musik von befreundeten Künstlern. Das soll für sie eine Möglichkeit sein, bekannter zu werden und ist für mich ohne finanziellen Gewinn. Ich veröffentliche allerdings nur Musik, die nah an meiner eigenen ist und die ich beurteilen kann – für eine Metalband wäre ich nicht der richtige Ansprechpartner.

Was erwartet die Besucher deiner Konzertreihe „Herzscheiße“?

Die Bühne im Bahnhof Langendreer teilen sich dabei immer ein etwas größerer, bundesweit bekannter Künstler und ein lokaler Act. Ich moderiere den Abend, setze mich mit den Künstlern auf die Couch und bringe sie ins Gespräch. Die Konzertreihe soll Musiker nach Bochum bringen und Gelegenheit zum Netzwerken geben. Insgesamt gibt es dieses Jahr fünf Termine, der nächste ist am 23.5. mit Sven van Thom und Ina Simone Mautz.

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