Shantel & Bucovina Club Orkestar Balkantanz mit Lebensfreude

Wie ein Krafttraining-Gerät heißt er mit bürgerlichem Nachnamen. Doch den Anfangsbuchstaben seines Vornamens Stefan addierte er vor die Hantel, und hat damit sein Künstler-Pseudonym kreiert. Shantel ist immer gut für einen pfiffigen Clou.

„Es war mir sehr früh klar, dass wir ein Format finden mussten, was zu Shantel passt“, sagt der Musiker mit den struppigen Haaren fast schon ein bisschen schüchtern – und gar nicht so gewichtig, wie man eigentlich erwarten würde. Bei dem applaudierendem Zuspruch, dem ihm bei seinen Konzerten auf fast allen Erdteilen entgegen springt, würde man nicht so einen nachdenklichen, fast introvertierten, Musiker erwarten. „Ich musste meine eigene Geschichte finden“, sagt er und ergänzt: „die Idee zum Bucovina Club war, auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen abgeschmackt klingt, schon irgendwie multikulturell.“

Im Jahr 2001 viel der Startschuss für ein außergewöhnliches Kapitel für den DJ, der eigentlich elektronische Musik in Clubs auflegte: Er unternahm eine Reise in die Heimatstadt seiner Großeltern. Dieser Ort mit Namen Czernowitz liegt im Karparten-Vorland, direkt in der westlichen Ukraine. Der 45-jährige Musiker begann sich immer mehr für osteuropäische Kulturen und Musik zu interessieren und ließ dies zunehmend auch in sein musikalisches Schaffen einfließen. Ein Jahr später, wir schreiben das Jahr 2002, kam die Compilation „Bucovina Club“, auf der er Vertreter osteuropäischer Musik (wie Fanfare Ciocarlia, Balkan Beat Box und das Sandy Lopicic Orkestar) zusammenstellte.

Das war der Startschuss für einen lawinenartigen Popularitätsschub. Die CD verkaufte sich exzellent, was zur Folge hatte, dass einige Titel der CD für Film-Soundtracks herangezogen wurden. So war der Titel „Bucovina“ unter anderem im Film „Alles auf Zucker“ zu hören, der im Jahr 2004 mit über einer Million Zuschauern ein großer Publikumserfolg war.

Doch der eigentliche Startschuss fiel am Schauspielhaus in Frankfurt. Dort konzipierte der leidenschaftliche Hutträger sein bahnbrechendes Bucovina-Bühnenspektakel, indem er eine unbekannte Zigeunerband aus dem ehemaligen Jugoslawien ans deutsche Theater brachte und das Auditorium in einen Tanzsaal verwandelte, wo der Mob regelrecht vor Begeisterung tobte. „Am Anfang war es total chaotisch. Die Band war es noch nicht einmal gewöhnt, einen regelmäßigen Takt zu spielen. Aber mir wurde immer mehr bewusst, dass sich aus dieser Synthese etwas ganz Besonderes entwickeln konnte“. Die traditionellen Melodien und Rhythmen des Balkans treffen hier auf den lässigen Hüftschwung des Morgenlandes – und werden von tanzbaren Beats rhythmisch angeglichen. Dabei entsteht ein Sound, auf den sich sowohl die örtliche Yogagruppe als auch die bärtigen Szene-Hipsters mit den hautengen Jeans einigen können.

Mehr Musik Features

Konzert

Neue Bands fürs Zeltfestival!

Das Zeltfestival zurrt die Leinen fest - helfen tun dabei einige neue [mehr...]
19.8.-4.9. Kemnader See, Witten/Bochum
Konzert, Stadtgespräch

Prinz Pi: Satire geht immer

Lässiger Schwermut steht ihm gut. Prinz Pi macht Rap für Menschen mit [mehr...]
18.2. Westfalenhalle, Dortmund
Konzert, Kultur, Stadtgespräch

Kai Schumacher: Schlafloser Grenzgä...

Der Duisburger Pianist Kai Schumacher ist ein Grenzgänger. Besucher des [mehr...]
20., 25., 28.2 und 3.+6.3. Planetarium, Bochum

Konzertreviews

Musik | Konzert | Dagewesen | Köln

Konzertkritik: The Libertines in Köln

The Libertines haben sich trotz jahrelanger Pause ihren [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Köln

Konzertkritik: Tame Impala in Köln

"Happy Karneval!" Spätestens mit dieser Bemerkung hat sich der Frontman [mehr...]
Konzert | Stadtgespräch | Dagewesen | Dortmund

Dagewesen (und verzaubert): Aurora im Konzerthaus Dortmund

Das junge Ausnahmetalent Aurora Aksnes aus Norwegen war im Konzerthaus [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Konzertkritik: Che Sudaka in Bochum

Che Sudaka! Was klingt wie der Kampfschrei eines Ninja, hat sich in der [mehr...]
Konzert | Stadtgespräch | Dagewesen | Dortmund

Mittwochs mit Marsimoto: Ein Konzert mit Nebelmaschine

Ein Mittwoch mit Marsimoto – was darf man da erwarten? In etwa folgendes: [mehr...]