!SING – DAY OF SONG 2012

!Sing City Bochum | Foto: Grabowski

Klangbrücke des Ruhrgebiets

Nach dem erfolgreichen Debüt von !SING – DAY OF SONG im Kulturhauptstadtjahr singen rund um den 2. Juni wieder über 40 000 Sängerinnen und Sängern einhellig das Steigerlied. Hunderte von Groß- und Kleinveranstaltungen sorgen von Freitag bis Sonntag für das musikalische Ruhrgebiets-Highlight.

Eigentlich steht die Region wenige Wochen zuvor wieder einmal im Zeichen des Fußballs: In Dortmund kämpfen die Borussen gegen die eingereisten Bayern aus München um den Titel, und die Stadt steht Kopf. In Gelsenkirchen drückt man den Knappen im fernen Franken die Daumen, und in Essen gehen die Flutlichtmasten des alten Georg-Melches-Stadion ein letztes Mal gegen Trier an. Auch im ersten Stock des Pfarrheim St. Johann in Altenessen brennt noch Licht. Die Stühle sind im Halbkreis aufgestellt, das Klavier steht bereit, um Punkt 20 Uhr geht es los: Anpfiff. Unsinn, – Chorprobe!

Wie jeden Mittwoch trifft sich hier der Junge Chor Altenessen, um unter der Leitung von Ingo Scherbaum gemeinsam zu singen. Trotz Fußball und Osterferien trudeln auch an diesem Abend nach und nach immer mehr der 33 aktiven Sängerinnen und Sänger ein. Allzu viele Proben sind es schließlich nicht mehr, bis der Jahreshöhepunkt der Vokalisten vor der Tür steht; zwei Jahre nach dem emotionalen Kulturhauptstadt-Großevent in der Arena auf Schalke wird das Ruhrgebiet erneut zur Hauptstadt des Chorgesangs. Dann läuten um Punkt 12 Uhr die Kirchenglocken ein absolutes DAY OF SONG 2012-Highlight ein, wenn im Anschluss alle Stimmen der Region gemeinsam und gleichzeitig „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“ schmettern. 

Die Mischung macht’s

„Wann kriegt man heutzutage mal richtig gute Gänsehaut? Die kriegt man beim Singen“, beschreibt Volker Höwel das Gefühl, das dann über 40 000 Teilnehmer in allen 53 Kommunen des Ruhrgebiets – von Alpen bis Xanten – ereilen wird. Der Zweite Vorsitzende des Altenessener Chores gerät ins Schwärmen, wenn er von seinen Gesangserfahrungen erzählt. Er gehört zu den acht Männern des Gesangsvereins, der sich 1994 aus einem Singkreis zur jungen Fraktion des Kirchenchores entwickelt hat. Die Erste Vorsitzende, Andrea Gerdiken, war von Anfang an dabei. „Wir nennen uns auch gerne Chor der jungen und jung gebliebenen“, lacht sie, darauf anspielend, dass der Junge Chor ja gar nicht mehr so jung ist. Zwischen 15 und 55 Jahren sind die Mitglieder alt, ihre Anzahl steigt sogar, in den letzten vier Jahren sind sechs neue Mitglieder dazugekommen. 

Dazu gehört auch Christian Leschinski. Der 20-Jährige aus Bottrop war 2010 extra zu DAY OF SONG eingetreten, um das Abschlusskonzert auf Schalke live auf dem Spielfeld miterleben zu können. „Eine tolle Atmosphäre“, schwärmt er noch heute. Und ein nachhaltiges Erlebnis für ihn – er blieb dem Jungen Chor erhalten. Das Repertoire spreche ihn an, neben Kirchenliedern habe man auch zahlreiche englische und deutsche Popsongs im Programm, Robbie Williams, Elton John, Silbermond … „Die Mischung macht’s“, meint Volker Höwel. 

Jeder Tag sollte Day of Song sein

„Für uns war es klar, dass wir nach der Erfahrung 2010 wieder an DAY OF SONG teilnehmen würden“, erklärt Andrea Gerdiken. 1 282 Gruppen haben sich für dieses Jahr bei den Organisatoren angemeldet, darunter Profis und Amateure, weltliche und kirchliche Chöre, Projekt- und Opernchöre, Kinder und Erwachsene. 

Der 2. Juni, soviel ist sicher, wird – zumindest zwischen Niederrhein und Dortmund – kein normaler Tag, schon gar nicht für den Jungen Chor Altenessen. Ob in der Essener Innenstadt, wo sie eine Klangbrücke zwischen dem evangelischen Stadtkirchentag auf dem Kennedyplatz und den Chören des Essener Sängerkreises auf dem Burgplatz gesanglich unterstützen, oder im Krankenhaus, wo sie für Besucher, Patienten und Personal ein Wunschprogramm präsentieren. Vielleicht steht auch eine spontane Aktion in der U-Bahn an, verrät Chorleiter Ingo Scherbaum noch, und ein paar kleine persönliche Überraschungen sind ebenfalls geplant.

Mehr Informationen zu Teilnehmern, Städten, allen Terminen und Veranstaltungsorten sowie eine Liedauswahl inklusive Noten zum Download unter dayofsong.de

Advertorial

Am Freitag, 01.12.2017, wird Bruno Müller, einer der zurzeit international gefragtesten Soul- und Jazz-Gitarristen, mit seiner eigenen Band im Glashaus Herten gastieren.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ist 19.30 Uhr. Tickets gibt es zum Vorverkaufspreis von 20 € direkt im Glashaus Herten, Hermannstr. 16, 45699 Herten, Tel. 02366-303232, oder per Mail unter 

feicki@t-online.de. Der Preis an der Abendkasse beträgt 24 €. [MEHR…]

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