Claire: Von der Schule zu Universal

| Foto: Christoph Schaller

Wenn dieses Album ein Gegenstand wäre, wäre es eine Discokugel“. So beschreibt die Süddeutsche Zeitung das im September 2013 erschienene Debüt von Claire. Tatsächlich klingt „The Great Escape“ nach rhythmisch-elektronischer Tanzmusik, gleichzeitig aber auch nach Songwriting mit Herzblut. Im Frühling starten die Musiker den zweiten Teil ihrer Tour.

„Es ist wie ein Mix: Alles reingehauen, püriert und am Ende, mit den Vocals von Josie, kommt dann das heraus, was eigentlich Claire ausmacht“, schildert Nepomuk „Nepi“ Heller den Sound der Band. Indie-Pop-, Elektro- und Dubstep-Einflüsse sowie ein zusammengewürfelter Haufen Musiker machen dabei eine hörbare Vielseitigkeit aus. Während die Elektro-Fans Nepomuk und Matthias „Messel“ Hauck bereits als Auftragsmusiker Nächte im Studio verbracht hatten, kam nach einem gemeinsamen Projekt auch Gitarrist Florian Kiermaier ins musikalische Boot. Mit Singer-Songwriterin Josie-Claire Bürkle, die Flo „vom Snowboarden oder so“ kannte, war schließlich eine besondere Stimme gefunden und der Bandname beschlossene Sache. Das war im Jahr 2011.

Ein Jahr später sorgte ein weiteres Mitglied am Schlagzeug dafür, dass die zuvor elektronisch erzeugten Beats auch live funktionieren: Fridolin Achten. Der kam, genau wie Josie, frisch von der Schule. Nach ersten YouTube-Erfolgen mit der selbst produzierten EP „Games“ nahm Universal die Band unter Vertrag. Das Debütalbum erschien, und der erste Teil der „The Great Escape“-Tour führte Claire durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und im Oktober vergangenen Jahres auch in die Vereinigten Staaten: „Nur einer von uns war vorher schon mal in Amerika. Und dann kommt man nach New York, eine Stadt, die einen total umhaut. Das war schon eine große Herausforderung und hat uns alle ziemlich beeindruckt“, erzählt Messel.

Der Albumtitel ist übrigens nicht als Flucht, sondern vielmehr als Chance zu verstehen, mithilfe der Musik etwas Neues zu entdecken. Für Claire hat die große Flucht nach vorn in jedem Fall funktioniert. In diesem Jahr spielten sie bereits in Frankreich als Vorband von Woodkid. Und ob mit oder ohne Discokugel, am 7. April in Düsseldorf dürfte das eigens von Claire kreierte Genre „Neon-Pop“ zum Tanzen animieren: „Wir probieren schon, live richtig auf die Kacke zu hauen.“

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