Soundscapes II: Simon Nabatov

Simon Nabatov | Foto: Cees van de Ven

Neue elektronische Musik war es im Februar, jetzt wird ein satter Jazz-Schwerpunkt gesetzt: Die neue Veranstaltungsreihe Soundscapes geht in die zweite Runde; wieder mit einem zweiteiligen Konzert, wieder an einem Mittwochabend, diesmal aber sogar mit internationaler Besetzung.

Was genau auch immer ein sogenanntes Wunderkind definiert, Simon Nabatov kann man wohl da zuordnen. Der in Moskau geborene Pianist begann als Dreijähriger Klavier zu spielen und als Sechsjähriger zu komponieren. Ausgebildet in Moskau und New York, lebt er seit 1989 in Deutschland. Nabatov spielte mit den „Who’s Who“ der modernen Jazzwelt, konzertierte in über sechzig Ländern der Welt, nahm an vielen internationalen Festivals teil und veröffentlichte bislang 25 CDs unter eigenem Namen. Und jetzt das. Wuppertal. Erneut ein starkes Stück, was die Soundscapes-Macher da auf den Weg bringen. Diesmal federführend: Der Mitinitiator der Veranstaltungsreihe und Gastgeber dieses außergewöhnlichen Abends, Vladimir Burkhardt. Der Wahl-Wuppertaler stammt aus Odessa, wo er klassisches Klavier am Konservatorium studiert hat. Gemeinsam mit Patricia Cruz, der in Rio de Janeiro geborenen Sängerin, wird er als ein Teil des Doppelkonzerts unter dem Titel „Brazilian Chill & Dance“ Samba und Bossa Nova in den Wuppertaler Frühling bringen. Den anderen Teil bestreitet Simon Nabatov, solo und – auch mit brasilianischer Musik. „Around Brazil“ heißt das neue Soloprogramm des Weltenbürgers. Er führt durch eine musikalische Reise durch das faszinierende Brasilien: Maracatù aus Pernambuco, Samba aus der goldenen Zeit Rio de Janeiros von Noel Rosa, Cartola oder Ary Barroso, klassische Klaviermusik von Ernesto Nazareth und die unvergesslichen Songs von Antonio Carlos Jobim, Caetano Veloso und Gilberto Gil. Eine persönliche Auswahl an brasilianischer Musik, oder einfach eine Liebeserklärung an Brasilien.

Ein zweites, ganz erstaunliches Soundscapes-Konzertereignis also, das dem Veranstalter-Motto folgt: „Ein mutiges Projekt, das weder Mehrheiten noch Fördermittel im Sinn hat, dafür Neugier und ein sicheres Ohr für künstlerisches Potential. Kein Programm für jeden, aber wen es interessiert, den interessiert es brennend.“

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