Seasons – Les quatre saison

Vier Jahreszeiten, reloaded

„Le quattro stagioni“ von Antonio Vivaldi ist das „Yesterday“ der Klassik. Es gibt unzählige Neuinterpretationen der Komposition, aber letztendlich ist nur das Original von Belang. Nun nähert sich der Düsseldorfer Musiker und Produzent Lars Leonhard dem Thema von der elektronischen Seite und legt als Kooperation mit der schwedischen Sängerin Alvina Red Seasons – Les quatre saison, den potenziellen Soundtrack für das Jahr 2013, vor.

Bereits mit seinem rein instrumentalen Debütalbum 1549 zeigte Leonhard, dass Ambient Techno mehr ist als nur die musikalische Untermalung des Sonntagsbrunches und durchaus spannende Geschichten erzählen kann. Konzepttreue ist auch der rote Faden, der sich durch den Nachfolger zieht: Zwölf Tracks beschreiben den periodischen Wechsel der Jahreszeiten, zu jedem Monat wurden Field Recordings gemacht und beinahe exakt ein Jahr dauerte auch die Produktion von Seasons. Der Untertitel verrät, dass der Düsseldorfer zum ersten Mal mit Vocals arbeitet. „Es stand für mich von Anfang an fest, dass die Sprache Französisch sein sollte, denn keine Sprache klingt schöner“, erklärt Lars Leonhard.

Reinhören

Auf der Suche nach einer passenden Stimme empfahl ihm ein befreundeter Produzent die Musikerin Alvina Red aus Stockholm. Kurzerhand schickte Leonhard der Schwedin das Konzept und erste Tonskizzen zu. Red zog sich in ihr Studio zurück, wo sie das Konzept mit eigenen Ideen ergänzte und die Jahreszeiten mit Gesangsspuren als Sonett versah. Der Frühling („Le Printemps“) erwacht und leitet über in „Spring Day“, dessen gemächliche Flächen sich mit Vogelgezwitscher und Freudenschreien spielender Kinder zu einer bunten Klanglandschaft verbinden. Der Sommer („L’Été“) kommt mit dubbigen Grooves daher und verzichtet in „Dancing In The Noonday Sun“ konsequent auf Ibiza-Klischees und überzogenes Hi-Hat-Geklapper, was „Summer Storms“ zu einem hypnotischen Hörgenuss macht. Kühler und statischer klingt der Herbst („L’Automne“), in dem Leonhard gekonnt den Herbstregen („Soaking Wet“) inszeniert. Im Winter („L’Hiver“) entschleunigt die Welt keineswegs: „Blizzard“ fegt die Naturbühne frei für den Neubeginn, der bei diesem stilsicher-entspannten Album nur den Druck auf die Repeat-Taste bedeuten kann.

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