Fünf Fragen an: Silly

Ritchie Barton, Anna Loos, Uwe Hassbecker u. Jäcki Reznicek (v.l) | Foto Olaf Heine

Silly sind mit ihrem neuen Album „Kopf an Kopf“ derzeit in aller Munde. Am 15. Mai kann sich das Dortmunder Publikum einen Live-Eindruck von der neuen Platte der ehemalige Kultband aus der DDR machen. Es ist das zweite Album mit Schauspielerin Anna Loos, die 2010 für die verstorbene Sängerin Tamara Danz in die Band kam. Lisa Sänger sprach mit Silly über ihre neuen Songs und den Touralltag.



1. Am 15. Mai spielt ihr im FZW in Dortmund, wie sind eure Erfahrungen mit dem Publikum im Ruhrgebiet?

Anna: Sehr gut! Wir freuen uns. Das Herz wird nicht so schnell an jeden verschenkt im Ruhrpott, aber hat man es einmal, dann für ewig! Ich hoffe, wir können noch viele mit unserem Silly-Virus anstecken.

Uwe: Eins der letzten Konzerte der „Alles Rot“ Tour war im Ruhrgebiet - beim Zelt-Festival in Bochum - bei gefühlten 50 Grad Celsius - außen und innen. Das Publikum und wir haben gekocht und es war einfach nur schön.

2. Was macht ihr zwischen euren Konzerten, klappert ihr die Sehenswürdigkeiten der einzelnen Städte ab oder entspannt ihr lieber am Hotelpool?

Anna: Beides! Nee Quatsch, so viel Zeit ist eigentlich nie, vielleicht an den Off-Tagen, das heißt, wenn man Abends kein Konzert hat. Dann machen wir gern zu Fuß eine Tour durch die Städte, gern auch ein paar Bahnen im Hotelpool und sehr gern testen wir gute Restaurants und Kneipen.;-)

3. Zwischen Anna und dem Rest der Band liegen gut 20 Jahre und damit auch eine Menge anderer Erfahrungen. Gibt es jetzt häufiger eine jüngere Sichtweise, die euer Songwriting beeinflusst?

Uwe: Bitte nicht übertreiben – zwischen Anna und mir liegen fast auf den Tag genau 10 Jahre. Aber es ist richtig – Anna ist unser „Küken“ ;-)

Anna: Die Jungs haben sich immer weiter entwickelt, sie hassen Stillstand und haben keine Angst vor Neuem, dass verbindet uns sehr. Tatsächlich ist es so, das wir zum Album „Alles Rot“ zu jedem Song „Track bei Tracks“ gemacht haben - eine Art Gebrauchsanweisung der Songs. Das hatte mir nicht so gut gefallen und ich denke nicht, dass wir das jemals wieder machen sollten. Wenn die Songs fertig sind, dürfen sie keine Bedienungsanleitung brauchen, die Sache spielt sich ab dem Moment zwischen Zuhörer und Song ab und jeder projiziert das hinein, was er empfindet und sein Leben ihm gibt.

4. Etablierte Künstler wie Udo Lindenberg arbeiteten zuletzt eng mit jungen deutschen Musikern zusammen. Wie beurteilt ihr die aktuelle deutschsprachige Szene? Könntet ihr euch vorstellen, mit Bands wie Jennifer Rostock oder jungen Singer-Songwritern wie Max Prosa zusammenzuarbeiten? Gibt es bereits Kooperationen?

Anna: Ja na klar! Mit Udo haben wir ja auch schon zusammengearbeitet. Auch mit Künstlern wie Rea Garvey und Aki Bosse. Das Alter eines Künstlers spielt für mich keine Rolle, sondern der Geist der ihn umgibt.

Uwe: Die meisten Dinge passieren bei uns ehrlich gesagt von innen heraus. Aber neben den schon genannten, gab es auch eine Zusammenarbeit mit Alexander Robert Freund, dem Sänger und Schreiber von P!lot.

5. Das erste Album mit Anna als Sängerin wurde sehr positiv aufgenommen. Hat das den Druck für „Kopf an Kopf“ etwas genommen oder habt ihr eher das Gefühl, nun nochmal richtig nachlegen zu müssen?

Anna: Druck ist immer da, egal was vorher läuft. Ich brauche den aber auch, dieser Druck holt aus mir viel raus und bündelt meine Kräfte.

Uwe: Naja, das Päckchen Erfolg von „Alles Rot“ wiegt schon schwer. Aber Druck ist für mich kein guter Berater und eigentlich versuche ich mich beim Song schreiben immer davon frei zu machen. Wir konnten allerdings feststellen, dass wir am Ende der „Kopf an Kopf“ Produktion ca. doppelt so viele Songs hatten wie wir brauchten. Insofern hat der neue Erfolg vielleicht doch etwas ausgelöst.

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