Bosse: Wie im Flug

Axel Bosse beschreibt mit seinen Texten gerne eine Welt, an der man aller Unvollständigkeiten zum Trotz nicht verzweifeln sollte. Ein Sunnyboy, der Optimismus, Bedachtsamkeit und Fröhlichkeit mit hauchdünner Melancholie verbreitet.


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Dieser Sänger ist ein liebenswürdiger Mensch, irgendwie stellt man ihn sich als familienfreundlichen Allrounder vor, die auf Kindergeburtstagen Kasperle-Theater spielt. „Wir wohnen in Hamburg etwas außerhalb, in der Nähe von der Elbe. Wenn meine Tochter Geburtstag hat, organisieren wir dort eine Schnitzeljagd.“

Nach der letzten Tour ist Bosse mit seiner Tochter und seiner deutsch-türkischen Frau erst mal nach Istanbul gegangen, um Kraft zu tanken. Das Leben in der türkischen Metropole sei mit dem in Berlin zu vergleichen, eine vielseitige Metropole: „Ständig sieht man Leute auf der Straße, die aus allen möglichen Nationen kommen. Ich habe zum Beispiel sehr viele Schweden getroffen. Die Türkei ist mit einem Altersdurchschnitt von rund 29 Jahren ein sehr junges Land. Fatih Akin hat mit dem Film ,Auf der anderen Seite' das Lebensgefühl am Bosporus sehr gut eingefangen.“ Einem anderen deutschen Filmemacher hat er indirekt ein Denkmal gesetzt: „Mein Song ,Der alte Affe Angst' ist nicht nur als Referenz an Oskar Roehler zu verstehen, diesen Begriff verwendete meine Großmutter auch sehr oft, bei Günter Grass gibt es ihn auch. Ich bin ein großer Fan von Roehler-Filmen, neulich habe ich erst ,Lulu & Jimi' gesehen, eine wirklich beeindruckende Geschichte.“

Wenn er es sich aussuchen könnte, würde er liebend gern mit einem Vierer-Package auf Tour gehen: „Am besten mit den Shout Out Louds, ihr neues Album ist einfach der Knaller. Außerdem hätte ich gerne noch Friska Viljor und Calexico dabei, dann wären wir zwar die Poppigsten im Billing, aber das macht rein gar nichts.“ Gegen Pop hat der Mann gar nichts: „Wenn meine Plattenfirma mir Dieter Bohlen als Produzent vorschlüge, würde ich mir dieses Angebot genau anhören und überprüfen. Erschüttern würde mich es nicht.“

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