Supergute Tage: Musik in letzter Minute

Das Wichtigste ist der dramaturgische Bogen: Johan Leenders | Foto: Susanne Diesner

Johan Leenders - Work-in-Progress

„Ganz besonders an der Theatermusik ist dieser extrem wandelbare künstlerische Vorgang. Eigentlich generell wie im Theater“, findet Johan Leenders. Der studierte Toningenieur arbeitete bereits sechs Jahre als Soundtechniker am Düsseldorfer Schauspielhaus, bevor er einen musikalischen Ausflug auf die Probebühne wagte. Das Stück „Max und Moritz“ machte dem 30-Jährigen gleich soviel Spaß, dass er prompt für zwei weitere Produktionen zusagte. Momentan laufen „Die Zofen“ und „Supergute Tage“ mit seiner Musik am Gustaf-Gründgens-Platz.

Das Wichtigste an der Komposition ist für Leenders der dramaturgische Bogen. Der Musiker muss sich dabei genau überlegen, was zum Stück passt und dann eine Entscheidung treffen: „Man kann nicht einfach spontan sagen: Nach dieser Musik ist jetzt Stille und sich dann doch noch umentscheiden.“ Zuvor wird jedoch sorgfältig ausgewählt. Zusammen mit Schauspielern, Regisseur und Dramaturgen befindet sich Leenders meist mitten im Geschehen, um neue Ideen zu entwickeln: „Bei den Proben merkt man: Hier und da brauche ich noch etwas. Das nimmt man dann nachmittags oder abends zu Hause auf und probiert es am nächsten Tag wieder aus. Das ist eine work-in-progress-Sache.“

Zu Gute kommt dem Musiker dabei, dass Instrumente wie Klavier und Saxophon beherrscht und die technischen Voraussetzungen mitbringt: „Es hilft mir natürlich extrem, dass ich Toningenieur gelernt habe und dadurch beim Produzieren relativ fix bin.“ Im Normalfall dauert die Kompositionsphase bis zu einem halben Jahr. Wenn nicht etwas dazwischen kommt, wie bei „Supergute Tage“: „Das Stück wurde eine Woche vor der Konzeptionsprobe geändert. Deswegen habe ich erst danach angefangen zu schreiben. Das wurde etwas eng. Aber was dabei heraus gekommen ist, gefällt mir sehr gut“, lacht Leenders.

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