Weekend: Battlerap mit doppeltem Boden

„Fans gesucht! Bitte, bitte, bitte schreibt mir etwas in mein Gästebuch!“, fordert der Rapper Weekend in gequältem Tonfall im Refrain von „Fans gesucht“. Wie der Song des Gelsenkircheners unmissverständlich verrät, geht es ihm vor allem um die Erweiterung seiner Anhängerschaft. In den Strophen stellt der Hörer allerdings schockiert fest, dass er genau diese Fans Zeile für Zeile schonungslos in Grund und Boden reimt. Diese Art doppelten Bodens gehört beim „Kartoffelrapper“ zum Standard.

Trotz oder gerade wegen der Wertschätzung seiner Fans kommt Christoph Wiegand, wie der blonde Schlacks mit bürgerlichem Namen heißt, auf ganze 134 000 Facebook-Likes. Und das bisher ohne Debütalbum. Bereits seit 2011 lässt er im Rahmen des Video Battle Turniers ironische Wortsalven auf seine Gegner niederregnen. Dabei macht er nicht vor sich selbst Halt: Zielt der Rapper seine gewieften Reimgewitter doch gern auf seine eigene Person, nur um sich im nächsten Schritt wieder über alle Zweifel zu erheben. Technisch versiert und mit einer kräftigen Portion Flow schafft es der Pointen-Punchliner, frischen Wind in das durch Gangsterromantik und Technobeats verwässerte Rap-Land zu bringen. Nach dem Sieg des VBT-Finale im letzten Jahr spielte er sogar auf der Bühne des Splash-Festivals. Für Christoph die Bestätigung, dass seine Musik auch außerhalb der Facebook-Gemeinde ankommt. „Dass es diese Kids auch wirklich gibt!“ Seine Raps gehen ebenso unbewanderte Pfade: Der Gegner wird schonungslos seziert, ohne dass allzu großzügig auf das Repertoire derber Beleidigungen zurückgegriffen werden müsste. Was nun fehlt, um den Erfolg abzurunden? Ein Debüt!

Ähnlich langwierig wie Charterfolg Casper lässt auch Herr Wiegand seinem Album viel Zeit. Schon vor seiner VBT-Teilnahme sind Songs entstanden, von denen es nur die Besten mit auf die Platte schaffen werden. Und die nimmt Weekend zurzeit in Akkordarbeit auf. Dem Album, das in die Humor-Kerbe schlagen wird, fehlt bislang nur noch ein griffiger Name: „Ich habe einfach keine Idee, die mir gefällt. Alle Menschen um mich herum kommen mit diversen Vorschlägen, und ich sage direkt Nein. Was gar nicht geht, ist zum Beispiel Volume 1.“ Wenn das die einzige Sorge ist, steht einem gutem Release ja nichts mehr im Wege. Im FZW präsentiert er sein Debüt erstmals.

Update

Die Album Pre-View am 8.3. im FZW ist bereits ausverkauft. Für alle, die keine Karten mehr bekommen haben: Weekend wird auch beim Juicy Beats 2013 auftreten. Tickets gibts im coolibri-Ticketshop.

Video

Mehr Musik Features

 
Musik von hier, Konzert

Hakuna: Fractions auf Thought

Die von szenefremden Musikkonsumenten am häufigsten geäußerte Kritik an [mehr...]
Konzert, Comedy & Co

Spaß bei Saite: Folk-Pop trifft Com...

„Anne Bax liest. Anika singt. Wäre es andersrum, hätten wir es nicht [mehr...]
18.1. Zentrum Altenberg, Oberhausen
Konzert

Die Fantastischen Vier

Nachdem mit Fettes Brot schon eine HipHop-Veteranen-Crew mit neuem Album [mehr...]
18.1. Lanxess Arena, Köln; 23.1. König-Pilsener Arena, Oberhausen

Konzertreviews

Konzert | Dagewesen | Bochum

Fotostrecke: Revolverheld in Bochum

Das Abschlusskonzert der "Immer in Bewegung" Tour war ein voller Erfolg. [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Fotostrecke: Uriah Heep in der Zeche Bochum

Nachdem bereits 21 Octyne und Voodoo Circle für ausreichend Stimmung [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Mönchengladbach

Konzertkritik: EA80 in Mönchengladbach

Seitdem im Sommer diesen Jahres das Aus des Horst-Festivals bekannt wurde, [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Fotostrecke: Cannibal Corpse in der Matrix Bochum

Fliegende Haare, harte Drums und Riffs - Das sind die Jungs Cannibal Corps! [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Düsseldorf

Konzertkritik: Ignition in der Tonhalle

Die seit 2007 bestehende Konzertreihe „Ignition“ serviert regelmäßig einen [mehr...]