Procol Harum in Wuppertal: Vom Fan für Fans

Diese Formation kommt ins Tal: Geoff Dunn, Geoff Whitehorn, Matt Pegg, Josh Phillips, Gary Brooker

Wenn Anfang April an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Procol Harum in der Wuppertaler Stadthalle spielen, ist das mehr als ein Konzert einer Bandlegende. Es ist Bühnenbombast, und vor allem ist es Fan-Sensation mit Anreisenden aus 21 Nationen. Die Konzerte sind mit über zweieinhalb Tausend verkauften Tickets restlos ausverkauft. Für die Pre- und Aftershow-Partys gibt es aber noch Karten.

„Es werden Menschen anreisen aus Neuseeland und Oman.“ Michael Ackermann rollt mit den Augen. Zwar ist der Musikliebhaber und Procol-Harum-Fan viel gereist, um sich Konzerte anzuschauen und Musiker zu treffen, aber Neuseeland und Oman sind auch für ihn echte Hausnummern. Überhaupt hat es sich der 62-Jährige diesmal im Grunde einfacher gemacht. So muss er nirgends hinreisen, sondern hat mit der Historischen Stadthalle in Wuppertal sein persönliches Konzerthighlight direkt vor der Haustür – persönlich organisiert.

Langes Fan-Dasein

„A Whiter Shade Of Pale“ ist laut BBC der weltweit meistgespielte Radiotitel. Mal ehrlich: Mehr als diesen Mega-Hit kennt der Normalsterbliche von der britischen Band Procol Harum nicht. Ganz anders Michael Ackermann. Der 1950 Geborene sah die Band 1968 im Vorprogramm der Bee Gees und – war fortan Fan. „Ich hatte damals schon die Beatles und die Stones gesehen. Da fühlte man sich immer ein bisschen betuppt, da die Live-Qualität nichts mit der der Alben zu tun hatte. Genau das war bei Procol Harum anders.“ Und da der Wuppertaler mit Wülfrather Wurzeln ein kommunikativer Mensch ist, fand er es immer schon spannend, die Menschen, die ihn begeistern, persönlich kennenzulernen. Seit Mitte der 70er Jahre pflegte er mit Procol-Harum-Kopf Gary Brooker freundschaftlichen Austausch, Anfang der 80er schließlich gründete Michael Ackermann mit Brookers Segen einen Fanclub. „Die Konzerte in Wuppertal müssten meine 87. und 88. sein“, berichtet er.

A Whiter Shade of Pale

Großes Fan-Treffen

Und der Begriff Konzert ist hier wirklich gut aufgehoben, trifft die Band doch auf das Sinfonieorchester Wuppertal und die Kantorei Barmen-Gemarke, sowie auf die tänzerischen Special Guests Jo Ann Endicott und Bénédicte Billiet mit Alexandros Sarakasidis und Safet Mistele. Bääm. „Zuletzt haben Procol Harum gemeinsam mit einem Orchester in Deutschland 1972 in München gespielt“, freut sich Michael Ackermann, der die Idee für Wuppertal 17 Jahre lang mit sich trug. „Schließlich konnte ich Marcus Grebe vom LCB dafür begeistern. Ein super Veranstalter, der konzertmäßig viel für Wuppertal tut.“ Und so werden am 5. und 6. April insgesamt gut 2600 Besucher Zeuge davon, wie Gary Brooker, seine Mitstreiter und ein rund 140köpfiges Ensemble die Stadthalle in Procol-Harum-Bombast verwandeln. „Die Konzerte waren schneller ausverkauft als erwartet, und vermutlich hätten wir sogar noch einen dritten Termin ausverkaufen können“, spielt Michael Ackermann auf die wahrscheinlich zahlreichen Enttäuschten an, die keine Karte mehr bekommen haben. „Für die bleiben immer noch die Pre- und Aftershow-Partys.“

Absolute Fan-Highlights

Ein Fanclub wäre aber kein Fanclub, wenn er nur die Pflicht beherrschen würde. Auf die Kür kommt es an, und die kann sich im Falle Procol Harum in Wuppertal wirklich sehen lassen. Nach dem Konzert am 5.4. kann man einer Aftershow-Party im Rossini beiwohnen. Am 6.4. ist am Nachmittag eine Preshow-Party im LCB im Angebot, anschließend geht es mit dem Bus-Shuttle zum Konzert in die Stadthalle, von dort wieder zurück in den LCB zur Aftershow. Hier und dort anwesend sicherlich viele Fanclub-Members und Veranstalter, aber auch gut 35 Musiker aus aller Welt, die bereits eine Woche vor den Konzerten gemeinsam in Wuppertal proben, um bei diesen Events zu jammen. Und vielleicht lässt es sich Gary Brooker ja auch nicht nehmen ... Ausführliche Infos gibt es auf procolharum.com, Tickets auf wuppertal-live.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

procolharum.com

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