PDR: On A Whim

Sonnige Aussichten: PDR | Foto: Anke Peters

Schwereloser Pop

Es ist einer dieser Konzertabende, die Düsseldorfs Nachtschwärmer nicht so schnell vergessen werden. Weit nach Mitternacht will sich der Freitagsclub in den FFT Kammerspielen partout nicht leeren. „Verweile doch, du bist so schön“, scheint in den Gesichtern der Fans geschrieben und auch ihre Helden sind zufrieden und entspannt: Matthias Stamm und das Brüderpaar Aljoscha und Niklas Mallmann bildeten einst das Trio Punk’d Royal. Jetzt nennen sie sich PDR.

Mit „On A Whim“ haben sie ein neues Album veröffentlicht und es soeben live in ihrer Heimatstadt präsentiert. Das begeisterte Publikum durfte erleben, was die vorab veröffentlichte Single „Drive“ versprach: leichtfüßigen, lupenreinen Pop. „;Schwerelos’ trifft das Ganze gut“, meint Aljoscha.

„On A Whim“ bedeutet soviel wie ‚aus einer Laune heraus’ und entstand zwischen Stationen im Rheinland und New York, wo PDR mit dem Toningenieur Chris Moore den Mix des Albums vollendeten.

Das Ergebnis passt zur jungen Band, die sich hörbar gefunden hat und fortan keine Zeit mehr auf die Selbstdefinition verschwenden muss. Es ist ein eigenständiger, weicher und organischer Sound, der sich als roter Faden durch die zwölf Songs zieht. „Drive“ und „Coma“ nehmen das Motiv der Autofahrt als Alltagsflucht auf und setzen thematisch an, wo The Smiths mit „There’s A Light That Never Goes Out“ Maßstäbe setzten. „Best Before Monday“ vereint poetisch das Verfallsdatum des Verliebtseins mit der Energie des Wochenendes. Dabei sind die Eingängigkeit von „Drive“, in der sich der Doppelgesang der Mallmanns mit der außergewöhnlichen Stimme von Helene Heuser, Sängerin der Formation Crimsonandblue, verbindet oder von Uptempo-Stücken wie „Hold On“ nur oberflächlich: Wohldosierte Brüche lassen Platz für aufgeregte Perkussions, klassischen Gitarrenrock und puren Spaß am Krach.

Der Bus der VW-Soundfoundation fährt für PDR nicht mehr, doch ein treuer Freund stellte den Düsseldorfern einen Neunsitzer für eine Tour zur Verfügung, die sie bis nach England führen wird. Nach der Rückkehr bleibt PDR nur wenig Zeit zum Luftholen, denn bereits im Sommer soll die Konzertreise weiter gehen. Keine Strapaze, vielmehr das große Glück, wie das Trio in „Drive“ bekundet: „… there’s no darkness behind my wheel.“

PDR: „On A Whim“ (Welcome Home Music / Rough Trade)

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