Danja Atari: Zauberhaftes Elektrogewitter

| Foto: Daniela Glunz

Deutsche Mutter, tunesischer Vater. Aufgewachsen in Berlin und Dortmund. Sängerin, Designerin, Filmerin. Tingelt zwischen der Hauptstadt und dem Ruhrgebiet, auch mal Paris und Lissabon, USA und Dubai. Marc Burger traf das Multitalent Danja Atari stilgerecht zu Brik, Lammkeule und Rotwein im Dortmunder Restaurant „Meridien“.

Danja kommt direkt aus Witten vom Schneiden ihres aktuellen Musik-Video-Projekts „Soundcultures“. Hier im Ruhrgebiet ist ihre „Base“, hier macht die 29-Jährige „seit 2005 Musik mit Jugendfreunden“, hier ist sie „Teil des Künstlerkollektivs Tengu Basement“. Und hierher kehrt sie immer wieder zurück, obwohl ihr Wohnort seit ein paar Monaten Berlin ist. Als „Danja Atari“ ist Danja Mathari ein Shootingstar der deutschen Elektro-Szene, singt mit diversen Branchenführern sowie ihren Studiokollegen Susanne Blech, tourt aber auch mit eigener Band. Gerade hat die Kosmopolitin mit dem Pariser DJ Greg Kozo von Make the Girl Dance einen Song aufgenommen: „Romantic Love“, stellt aber sofort klar, dass sie keine Schnulzette ist: „Non non, absolutes Elektrogewitter, nur Haudrauf-Musik!“. In näherer Zeit plant die Rastlose „neue Sachen mit Strizi Streuner von Frittenbude, Jerome Vazhayil aka Solaplexus und Torsun Burkhardt von Egotronic“. Konzerte hat Danja dagegen für das laufende Jahr reduziert.

Denn extra wichtig ist der inzwischen diplomierten Kommunikations-Designerin ihre 2009 begonnene Reihe „Soundcultures. So klingt die Welt“: Ein Bild-Ton-Mosaik, in dessen Rahmen Danja schon Portugal, Polen und Tunesien bereiste, um deutschen Betrachtern und Zuhörern „die ganz eigenen Klänge eines fremden Landes“ zu vermitteln. Ende Februar 2013 erscheint ihre neue Folge über Rumänien. Kein Wunder, dass sie auf die Frage, wie sie die Attraktivität des Standorts NRW für junge Künstler einschätzt, zuckersüß als „Blabla-Frage“ bezeichnet: „Es ist hier nicht besser, aber auch nicht schlechter als anderswo.“ Mit „Metropole“, der großspurigen Worthülse aller selbsternannten Kulturnabel der Welt, kann diese junge Künstlerin jedenfalls nichts anfangen. Sie schätzt und mag das Ruhrgebiet, weil hier Freunde und Kollegen sind, mit denen sie auf einer Wellenlänge funkt; aber Kreativität kennt nun mal keine Heimat und keine Grenzen. Eine durchaus sympathische Definition: Ich bin Ich. Fast überall.

danja-atari.com; soundcultures.de

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