Axel Hermann: Düstere Coverversionen

Hautnahe Kunst | Foto: Holger Stratmann

Ob als Comic-Strip wie bei Liar, mystisch wie bei Samael oder düster-makabre Visionen wie bei Soulburn oder Nocturnal Rites – der Dortmunder Künstler Axel Hermann hat in der Visualisierung von Cover-Gestaltungen für Bands aus dem extremen Metal-Bereich in großer Zahl seine Handschrift hinterlassen.

Eine Werkschau mit rund 175 Arbeiten wie Album-Covern, Shirtdesigns, Konzeptskizzen und bisher unveröffentlichten Gemälden sind jetzt in dem opulenten Bildband „Von Iced Earth bis Sodom – die Kunst des Axel Hermann“ (Iron Pages Verlag) erschienen.

„Es ist bei meinen Arbeiten nicht nur der Metal-Bereich vertreten“, sagt Axel und zählt auf: „Für das Punkrock-Label People Like You-Records bin ich schon öfter gebucht worden, auch für Hip-Hop-Bands wie Die Pilzen oder den aus Brighton stammenden Liedermacher und Dichter Attila The Stockbroker habe ich schon gearbeitet. Wichtig ist mir, dass die Arbeiten zu den jeweiligen Akteuren passen. Ein Cover muss den Nerv der jeweiligen Musik treffen und ihn auf einer visuellen Ebene transportieren. Das Bild muss sich mit dem vorgegebenem Genre identifizieren, ansonsten ist es nur ein blutarmes Nachempfinden.“

Doch der Fokus liegt bei dem glühenden Kiss-Verehrer schon beim Heavy Metal. Seine Artworks zieren viele zeitlose Klassiker im Genre der härteren Gangart – wie zum Beispiel „Where No Life Dwells“ von den schwedischen Death-Metallern Unleashed oder „Crush The Cenotaph“ von Asphyx aus Holland. Manches Motiv ist sogar schon auf Rücken oder Unterarme tätowiert worden. „Das ist natürlich etwas Besonderes, manchmal posten mir irgendwelche Leute die Tattoo-Bildchen von meinen Motiven an mein Facebook-Profil.“ Besonders beliebt ist dabei ein Karren-Motiv mit Pferd und Henker, was Axel für die Koblenzer Thrash/Black-Metal-Band Desaster gezeichnet hat.

Anderes skizzierte sich nicht so leicht, der Weg als freiberuflicher Künstler war oftmals eine schwere Ochsentour: „Es ärgert mich ein bisschen, dass ich keinen Abschluss auf der Kunsthochschule habe. Ist auch nicht weiter schlimm, weil ich mir das klassische Zeichnen selbst beigebracht habe.“ Bei Mappen-Besprechungen an Hochschulen in Dortmund oder Düsseldorf ist der emsige Autodidakt abgeblitzt, weil seine Sachen vom jeweiligen Prüf-Ausschuss als zu speziell, hart und nicht ausbaufähig eingestuft wurden. „Ich hab’s ja auch so hingekriegt“, sagt der gebürtige Dortmunder mit einem verschmitzten Lächeln.

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