Gleiche Sprache, gleiche Träume: Kopfecho

Die Jury hatte es schwer beim Finale des Wettbewerbs City Beats 2013. Denn es galt, aus drei Vertretern unterschiedlicher musikalischer Kulturen die besten Nachwuchskünstler zu küren. Zum Schluss feierten Reimakrobat Neopren und die jungen Mods The Buggs den gelungenen Abend gemeinsam mit der Siegerband: Kopfecho, die mit energiereichem Punkpop zu den Senkrechtstartern der lokalen Szene gehören.

„Es ist immer noch nicht ganz angekommen“, meint Sängerin Amy wenige Tage nach dem Auftritt, dessen Nachwehen Schlagzeuger Dan mit einem Jetlag vergleicht. Der Gewinn des City-Beats-Pokals ist der würdige Jahresabschluss für die Band, die 2012 zusammenfand. Ursprünglich planten Painwords-Gitarrist Chris, Amy und Dan, Eurodance-Klassiker zu verrocken. Doch es kam alles anders. Mit Schmiddi von der Hardcore-Institution MyTerror fand sich der passende Bassist, um Songs wie „Rosenblätter welken“ zu inszenieren. „Es hat sich alles gut angefühlt“, so Chris. „Es lag Magie in der Luft – die gleiche Sprache, die gleichen Träume!“

Video:

Punkrock made in Düsseldorf ist eine Marke, die viele Bands vertreten. Das Einzigartige an Kopfecho ist der Pop-Appeal der Arrangements. „Der ist gewollt“, wie Schmiddi betont, und zeigt sich besonders im Doppelgesang von Chris und Amy. Im Wechsel zwischen Schrei und Gesang beweist sich Amy als großes Talent, das in Sachen Stimme und Präsenz den Vergleich mit der jungen Doro Pesch nicht zu scheuen braucht. Der ungewöhnliche Name des Quartetts ist Programm: „Kopfecho ist die Verarbeitung des Kopfkinos in künstlerischer Form“, erklärt Dan. In ihren Texten verarbeiten Kopfecho Erlebtes und kritisieren Auswüchse der Gesellschaft. Aus den gemeinsamen Touren und Reiseerlebnissen entstanden Songs wie „Berlin“ und „Zurück ans Meer“, die Fernweh und die Sehnsucht nach Toleranz und Ursprünglichkeit zusammenfassen.

Kopfecho möchten ihrem Publikum Spaß und eine gute Zeit geben. Wenn es bei einem Konzert den Alltag vergisst und einfach abfeiert, ist das für die Band das schönste Kompliment. Jedes Konzert kann ein City-Beats-Finale sein – Kopfecho laden herzlich ein: „Nächste Runde, nächste Fahrt / Das eine Auge lacht, das andere weint / Es ist noch ein Plätzchen frei / Steig ein!“

Mehr Musik von hier

Musik von hier

Neue Proberäume am Gatherweg

Podiumsdiskussionen, Umfragen in der Düsseldorfer Musikszene und [mehr...]
Musik von hier, Konzert

Captain’s Diary: Auf Augenhöhe

Eine Akustikgitarre und der alltägliche Wahnsinn – mehr braucht [mehr...]
Musik von hier

Susanne Blech: Neue Single, neuer C...

Wer bei Live-Auftritten so überdynamische Massenbewegungen erzeugt und im [mehr...]

Konzertreviews

Konzert | Dagewesen | Essen

Konzertkritik: Tour of Tours in Essen

Die „Tour of Tours“ hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Zehn Musiker aus [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Köln

Konzertkritik: Die Antwoord in Köln

Wenn etwa eine Stunde vor dem Konzert die Party schon im vollen Gange ist, [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Oberhausen

So war's bei Punk im Pott 2014

Tag 1 So, dann mal unser Senf zum 16. Punk im Pott: Die Reise begann [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Essen

Konzertkritik: 257ers in der Essener Weststadthalle

Zum Abschluss ihrer erfolgreichen 2014-Tour hatten die 257ers ein [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Fotostrecke: Revolverheld in Bochum

Das Abschlusskonzert der "Immer in Bewegung" Tour war ein voller Erfolg. [mehr...]