A Day To Remember: Blick auf die Dinge

Nach langwierigen Rechtsstreitereien mit ihrem alten Label Victory Records war es für A Day To Remember lange nicht klar, wohin und vor allem wie die Reise für die Band weitergeht. Doch mit dem neuen Album „Common Courtesy“ gelingt der Spagat zwischen Metalcore, Pop-Punk und Post-Hardcore spielerisch leicht. Sie haben ihren eigene Handschrift gefunden und mit Raffinesse perfektioniert.

„Unser neues Album ist für mich eine coole Sache“, sagt ein gut aufgelegter Jeremy McKinnon und ergänzt: „Das letzte Album war viel schwermütiger, eine richtig dunkle Scheibe. Diesmal haben wir einen guten Mix hinbekommen, weil ich einfach viel besser drauf war. Ich finde auch, dass wir nun viel mehr Heavy-Metal-Einflüsse in den Songs haben.“

Doch der Weg von den ersten Demos bis hin zum fertigen Album entsteht nicht über Nacht. „Wir hatten am Anfang Ideen für rund vierzig Songs“, sagt der eingefleischte NoFX- und Limp-Bizkit-Fan, „und in einem Reifeprozess haben wir die Arrangements lange ausgearbeitet.“ Seine Band bedeutet dem Sänger sehr viel: „Es gab in meinem Leben noch nie eine Band, in der die beteiligten Menschen so sehr mit der Musik verbunden sind – was wir hoffentlich mit unserer neuen Platte beweisen!“

„Ich versuche Geschichten mit einer großen Tragweite zu erzählen."

Für den satten Sound dieses Albums sorgte übrigens Chad Gilbert – ein Mann, der auch schon für Bands H2O, Terror oder Trapped Under Ice an den Reglern saß: „Er hat das perfekt gemacht“, sagt der Sänger, „das Besondere ist sein Blick auf die Dinge, der sich meist von unseren Musiker-Meinungen komplett unterscheidet. Er denkt immer daran, was für den Song nützlich sein kann, und das macht seine Arbeit so wertvoll.“

Zudem möchte der 28-Jährige nicht der alleinige Bandchef sein: „Bei meiner alten Band Against All Odds habe ich fast alles im Alleingang geschrieben. Ich hab die Sachen dann mit zum Proben gebracht und meinen Kumpels erklärt, was sie wie zu spielen haben. Damals hat kein anderer in der Band probiert, mal einen Song alleine zu schreiben.“ Über seine Arbeit als Komponist denkt Jeremy sehr selbstreflektiert nach: „Ich versuche Geschichten mit einer großen Tragweite zu erzählen. Diese Storys betreffen in der Regel Dinge, die mich in meinem Leben betroffen gemacht haben. Es ist cool, wenn ich anderen Personen mit meiner Sichtweise einen Denkanstoß geben kann. Wenn sie tatsächlich jemandem helfen, ist das eine tolle Bestätigung.“

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