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Die Senderos aus Chile und der Ruhrstadt bezeichnen die Musik ihrer Debüt-EP EL PRIMER SENDERO als „Bossafusion“ – Bossa Nova mit Rock- und Pop-Einflüssen. Die Band will die Jugendzentren bald hinter sich lassen und die lokalen Festivalbühnen von oben sehen. Unbedingt zu haben sind die Jungs aber auch für ungewöhnliche Auftrittsorte, wie ihr Projekt „Kuchen con Abuelitas“ (zu Deutsch: Kuchen mit Omi) eindrucksvoll beweist. Fünfzehn Konzerte in Seniorenheimen hat die Gruppe sich zum Ziel gesetzt, per Crowdfunding sollen die Kosten gedeckt werden. Inga Pöting sprach mit Schlagzeuger Julian Kühn über den Sinn und Unsinn dieses Stücks selbstgebastelter Soziokultur.
Warum tretet ihr in Seniorenheimen auf?
Wir haben uns gefragt: Was können wir machen, um Leute von unserer Musik zu begeistern, die wir sonst nicht erreichen? Ziemlich schnell kam uns dann der Gedanke, für Senioren zu spielen. Wenn wir bei den Einrichtungen anfragen, sind die Leute meistens total überrascht, denn wir nehmen kein Geld für die Konzerte.
Aber bezahlen lasst ihr euch schon …
… genau, mit Kuchen, Kaffee und Likör! Vor allem aber mit Geschichten. Wir möchten mit den Senioren ins Gespräch kommen. Aus den Geschichten und Anekdoten, die sie uns erzählen, schreiben wir dann neue Songtexte. Im Sommer wollen wir mit den fünf besten Geschichten ein Mini-Album aufnehmen und das dann zusammen mit einer Fotoausstellung präsentieren.
Wie liefen die ersten beiden Konzerte in Essen?
Es gab durchweg positive Reaktionen, die Atmosphäre war sehr schön und das Publikum ist voll mitgegangen – die Leute haben sich sehr gefreut, haben mitgeklatscht und sogar getanzt. Wir wurden teilweise auch nach der Bedeutung der spanischen Texte gefragt. Unser Sänger ist Muttersprachler und hat übersetzt.
War die Gage in eurem Sinne?
Ja, denn wir haben viele schöne und persönliche Gespräche geführt. Auch der Kuchen war sehr reichhaltig, für unseren Geschmack allerdings noch nicht sahnig genug. Für die Zukunft wünschen wir uns außerdem mehr Likör.