Seeed: Die Band in Zahlen

| Foto: Marco Prosch

Gefunden haben sich Seeed vor fast 15 Jahren in Berlin. Ab dem Jahr 2000 wurde das Kollektiv mit seinem wilden Stilmix aus Reggae, Dub, Rock-Elementen und elektronischer Tanzmusik bekannt und populär. Nach ihrem dritten Album NEXT! legten die Musiker um drei Frontmänner, Percussion, Bläser, Bass und einem DJ ab 2007 eine längere Pause ein. Mit neuer Veröffentlichung namens SEEED (Warner Music) und einer großangelegten Tour steht das multikulturelle Team jetzt wieder in den Startlöchern.

Die Band in Zahlen:

1

Der erste und einzige Kontinent, auf dem Seeed bislang gespielt haben, ist Europa. Pierre Baigorry (so der bürgerliche Name von Peter Fox) möchte die Popularität der Band noch erweitern: „Das ist etwas, worum ich zum Beispiel Rammstein ganz einfach beneide. Die spielen in Mexiko, Australien, USA oder Russland. Es gehört zwar auch viel Unangenehmes, wie lange Busfahrten durch die Provinz, in fremden Ländern dazu. Andererseits haben wir schönere Frauen im Publikum als Rammstein.“

3

In genau drei unterschiedlichen Kategorien hat das Ensemble schon den deutschen Musikpreis Echo verliehen bekommen: im Jahr 2002 in den Kategorien „Berliner Nachwuchspreis zur Förderung nationaler Pop-Musik“ und „Newcomer des Jahres – national“, sowie im Jahr 2004 als beste „HipHop – Künstler/Gruppe national“. Die nicht abreißende Woge des Erfolgs kommentiert Posaunist Jerome Bugnon schwärmerisch: „Wenn ich ab und zu einen Blick in den Rückspiegel werfe, denke ich: Yeah!!! Das alles haben wir gemacht. Nicht schlecht!“

11

Die Künstlertruppe umfasst fast ein Dutzend Mitglieder. Ihr schöpferisches Ziel ist es, sich als demokratisches Unternehmen zu inszenieren. Wenn es auf musikalischer Ebene klemmt, ist Pierre der musikalische Direktor, der das Ruder an sich reißt. Aber bei der Arbeit im Studio läuft nicht immer alles im Fluss: „Gesang aufnehmen“, sagt Pierre, „auswählen und editieren ist schlimm, da geht’s immer so ans Eingemachte.“

90

Genau so lang wie ein Fußballspiel dauerte ein Seeed-Konzert mit besonderem Ausgang. In einem kleinen Club in Bologna (Nord-Italien) war die Stromversorgung bereits beim ersten Basseinsatz am Anfang der Show komplett überfordert: „Wir mussten uns dann“, erzählt Pierre, „entweder für die Bassboxen oder das Licht entscheiden – und haben dann 90 Minuten lang mit zwei glimmenden Funzeln praktisch im Dunkeln das Konzert gespielt.“

1998

Im Jahr, in dem Falco starb, wurde Seeed gegründet. Seitdem sind aus den Zutaten Old School Reggae, Jamaica Ska, Dub, Dancehall und Hip-Hop-Beats ganze vier Studio-Alben und ein Live-Album entstanden. Das Kollektiv funktioniert bestens, was Bandleader Peter Fox wie folgt bestätigt: „Seeed sind nicht nur 11 Musiker, sondern und vor allem 11 unterschiedliche Charaktere, die eine eigene Meinung haben. Die unter einen Hut müssen.“

30 000

So viele Leute hüpften vor der Bühne, als die Berliner Band im Jahr 2003 zum ersten mal auf dem Hurricane-Festival in der Lüneburger Heide spielten. An dieses Erlebnis erinnert sich Jerome bis heute gern: „Die Leute sind auf Kommando zusammen in die Höhe gesprungen. Das sah aus wie hoher Seegang.“

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