Leslie Clio: Gladys

Selbstbewusst, zielstrebig und noch lange nicht fertig. So präsentiert sich Leslie Clio, die gemeinsam mit Tomtes Bassisten Nikolai Potthoff, ihr erstes Album produziert hat. Gladys heißt das Ergebnis dessen 1. Singleauskopplung „Told You So“ bereits die Radiostationen und Dancefloors erobert hat.



Musikalisch erinnert der Song, der auch das Album eröffnet an Adele, damit ist der Stil des restlichen Albums auch beinahe schon festgeschrieben. Soul-Pop mit Retrotouch. Nach dem großen Auftakt lässt Titel Nr. 2 „I couldn’t care less“ jedoch sowohl stimmlich also auch musikalisch stark an Stefanie Heinzmann denken. Die Stimme und das Potential bleibt vielversprechend aber irgendwie poppt es ohne große Überraschungen so vor sich hin.

„Gotta Stop Lovin You“ wagt dann jedoch den Ausbruch und ist vielleicht das erste mal nur Leslie Clio. Ein Hip-Hop Beat und ein funkiger Bass geben das Tempo vor während Leslies Soulstimme ihren Text so gezielt in den Takt setzt das man meinen könnte, sie würde gerade rappen. Im Finale wird dann jedoch der Haken zum Pop wieder geschlagen und der Refrain stark ausgereizt

„Sister Son Brother Moor“ wirft den nächsten großen Namen auf den Plan: Der wunderbar soulig aufgebaute Track mit Streichmusik lässt kurz den Zauber einer Amy Winehouse hervor schimmern.  

Das wohl ruhigste Lied auf der Platte, „Let Go“ zeigt, dass Clios Stimme auch ohne Druck dahinter wunderbar funktioniert und unter die Haut gehen kann. Ein schlichtes Piano und die deutlich gespielte Drums reichen aus, um den perfekten Liebeskummersong zu kreieren.

Insgesamt bietet die Platte einiges an Hitpotential aus dem sich noch ausgiebig schöpfen lässt. Ein Ausschlachten ist jedoch nicht zu befürchten, schon jetzt mach Leslie sich Gedanken zum nächsten Album und ließ durchblicken, dass dieses möglicherweise schon wieder eine ganz andere Richtung einschlagen würde. Das Plattenregal der 26 Jährigen macht jedenfalls Hoffnung auf jazzigere, souligere Songs mit afrikanischen Einflüssen.

Leslie Clio: Gladys, erschienen am 8.2. bei Vertigo Berlin (Universal)

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