Natural Born Entertainer: Jay Jay

| Foto: Uwe Weber/Zeitraster Fotografie

Das City Beats-Finale 2012 im Düsseldorfer Haus der Jugend hatte es in sich: Zuerst zündeten die Hip-Hopper Ö ein heißes Reimfeuerwerk, dann verwandelte die Popband Spontan die Bühne kurzerhand in ein Wohnzimmer. Zuletzt sorgte Elektrorapper JayJay für ausgelassene Partystimmung, deren Euphorie noch lange anhielt, nachdem ihn die Fachjury schließlich zum Sieger des Abends gekürt hatte.

Jason Firchow sitzt in seinem Stammcafé. Vor ihm steht ein Cappucino. Von der Sonnenbrille, die mit seinem Bühnen-Ich JayJay verwachsen zu sein scheint, fehlt jede Spur. Dem 26-Jährigen ist aufgesetzte Coolness sichtlich fremd. „Ich war von einer Erkältung angeschlagen und habe mich vorher verrückt gemacht“, erinnert er sich an den Erfolg bei City Beats. Seit mittlerweile fünf Jahren steht JayJay für Elektrorap, für Lieder wie den Gassenhauer „Knüppel-Klopp“ und das entspannte „Sommerzeit“ – beatgetriebene Hymnen zum Feiern und Mitsingen. Dass Jasons musikalischer Anspruch weiter geht, spürte man beim Song „Ich liebe Hip-Hop“, einer Liebeserklärung an das Genre, in dem der Spross einer Künstlerfamilie tief verwurzelt ist. Bereits mit 14 Jahren trat er als MC auf, der seinen Teenager-Alltag thematisierte und in Battles mit anderen Rappern den Feinschliff am Mikrofon erhielt. „Dann habe ich angefangen, zu experimentieren.“ JayJays Bootleg zu DJ Anthony Rothers „Father“ wurde im Zuge der Loveparade 2007 zum Szenehit, der auch im Altstadtclub Anaconda lief – sehr zu seiner Überraschung: „Es hat mich nichts so sehr fasziniert wie die Leute, die darauf abfeierten, sich frei fühlten und tanzten.“

Heimat, Liebe und Freundschaft verbindet JayJay mit der Stadt Düsseldorf, deren Energie und Lebensfreude er mit seiner Musik transportiert. „Ich habe unglaublich gute Musiker am Start“, lobt er das Schäääpat-Soundsystem, seinen Musikerpool, zu dem unter anderem Virtuosen wie Bassist UFO Walter oder Meikel Clauss, Gitarrist der Band Nichts, gehören. „Ich will die Jungs packen und mit Ihnen ins Studio gehen“, meint er auf die Zukunft angesprochen, für die er das Release einer Hip-Hop-EP auf seinem eigenen Label Schäääpat nicht ausschließt. 2012 ging JayJay auf Tour, reiste viel und spielte auf Festivals vor Tausenden. „Das ist es, wo ich hin will“, erklärt der Entertainer. Seine Augen verraten, dass man von JayJay noch lange nicht alles gesehen hat: Hinter dem leidenschaftlichen Glitzern wartet ein Schalter, der live umgelegt werden will!

facebook.com/jayjay

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