Mord aus Langeweile

| Foto: Pedro Malinowski

An Melancholie leidende Menschen sind in der klassischen russischen Literatur allgegenwärtig. Gepaart mit der quälenden Form der Langeweile, wunderbar vorgeführt in Tschechows „Drei Schwestern“, endet dies manchmal in brutalen Taten. Die Mordhandlung in Schostakovitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ nach der Romanvorlage von Nikolai Leskow ist von solcher Machart. Dass hier allerdings eine Frau tötet, um ihrem dumpfen Eheleben zu entkommen, kam in den 40er Jahren einer Revolution gleich. Denn sie tat dies hinterhältig mit Rattengift, offensiv mit bloßer Gewalt, wenn auch nicht ohne Gewissensbisse. Das hat die Führung unter Stalin damals wenig erfreut. Als „Gepolter, Geprassel und Gekreisch“ wurde die Musik kritisiert, ein vorzeitiges Ende der Oper schien besiegelt. Doch Qualität setzt sich durch, und das Gelsenkirchener Ensemble begegnet dem komplexen Werk in einer zeitlosen Inszenierung durch Intendant Michael Schulz, gut aufgestellt mit Chor und Extrachor, der Neuen Philharmonie Westfalen (Leitung: Rasmus Baumann) und Yamina Maamar in der anspruchsvollen Titelpartie.

musiktheater-im-revier.de

Konzertreviews

Konzert | Dagewesen | Dortmund

So war das Way Back When 2015

Pipi-Beichte, 2500 Euro für Rauchen auf der Bühne und leuchtende [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Köln

Fotostrecke: Farin Urlaub in Köln

Farin Urlaub und sein Racing Team gaben am 15.5. ein Gastspiel im Kölner [mehr...]
Musik von hier | Konzert | Dagewesen | Recklinghausen

Konzertkritik: S-Clubraum Finale Recklinghausen - Starker Auftritt

Recklinghausen und die Region Vest haben eine überraschend gute, junge [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Fotostrecke: Gentleman Unplugged

Schon auf dem Weg vom Parkhaus zum Ruhrcongress lag eine ordentliche [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Wuppertal

Konzertkritik: Sphäre Sechs & Kammarheit in Wuppertal

Ein schwereloser Sturz durch die Kälte und Dunkelheit des Alls, hin auf [mehr...]