Pomade, Puder und Petticoats: The Baseballs - Game Day-Tour

| Foto: Heiko Landkammer / lmpix.de

In der hiesigen Billy-Szene ist es sehr populär, aktuelle Charthits im Rockabilly-Gewand zu covern. Dick Brave & the Backbeats haben es vor rund zehn Jahren vorgemacht, im gleichen Fahrwasser rudern auch Boppin B. aus Aschaffenburg. Doch aktuell hat keine Band damit so gut die Nase im Wind, wie The Baseballs.

Die drei stets gut gelaunten Sänger lernten sich im Frühjahr 2007 in der Gemeinschaftsküche eines Proberaumkomplexes in Berlin kennen. Direkt nach ein paar gemeinsamen Sessions wurde die Band gegründet, zu deren großen Anhängern auch die singende Ikone Peter Kraus gehört. Ursprünglich kommen The Baseballs aus den unterschiedlichsten Provinz-Ecken Deutschlands: Sam stammt aus Reutlingen, Digger ist in Rheine im Münsterland groß geworden und Basti verbrachte Kindheit und Jugend in Magdeburg. Vor allem Sam ist großer Elvis-Fan. Vom King of Rock’n’Roll stammt das Zitat: „Alles, was ich immer gewollt habe, war, Menschen zu helfen, sie zu lieben, sie aufzubauen, ihnen Freude zu machen.“ Wer einmal bei einem Konzert von The Baseballs zu Gast war, kann ein ähnliches Glücksgefühl bestätigen: die Band, die live zu siebt auftritt, verbreitet ein großes und strahlendes Lächeln bei den Fans. Dabei besteht das Publikum aus auffallend vielen Mädchen.

Die Erfolgsspur wurde hierfür schon früh gelegt. Bereits das erste Baseballs-Album „Strike“ verkaufte sich alleine in Deutschland über 150 000 Mal und erreichte damit Gold-Status. Vielleicht haben sich Hobbykoch Basti und seine beiden Freunde den Weg vom Gitarrenspieler erschlossen, den Chuck Berry einst mit „Johnny B. Goode“ im Jahr 1958 besang. Mit Hilfe von ein paar eifrig geübten Gitarren-Akkorden wird in diesem Song aus dem eigenwilligen Landei später ein Rockidol, dem die Herzen zu fliegen. Auf der gerade beendeten Tour im Billing der„Aida Night Of The Proms“ ist das auch passiert. Die Band spielte ausschließlich in riesigen Hallen, wie der 02-Arena in Berlin oder der Olympiahalle in München.

2014 präsentieren The Baseballs ab März ihr neues Album „Game Day“, den mittlerweile fünften Longplayer ihrer Karriere. Natürlich pocht ihr Herz weiterhin für Acts wie Little Richard, Jerry Lee Lewis oder Dion & the Belmonts. Doch anders als bei den Vorgänger-Alben haben sich diesmal auch ein paar Eigenkompositionen auf das Album geschlichen. Dabei besteht die Band nicht aus dogmatischen Puristen. „Auf meinem iPod“, so sagt Digger, „befinden zu 70 Prozent Sachen aus den 1950er Jahren und 30 Prozent aktuelle Nummern von Lady Gaga bis Michael Bublé.“ Irgendwoher muss ja auch die Inspiration gekommen sein, „Umbrella“ von Rihanna in einer launigen Doo-Wop-Version zu covern.

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