Stiller Sturm

| Theater voller Gesten (Foto: Peter R. Fiebig)

Auf Konzerte gehen, Radio hören, in einer Band spielen sind alles schöne Dinge. Aber wie gehen Gehörlose damit um? Sicher, der technische Fortschritt macht’s möglich, dass sie nicht auf all dies verzichten müssen. Doch beim Thema Kommunikation wird es dann schon komplizierter. So kommt es in der Gebärdensprache doch vor allem auf Hände und Mimik an und dies macht jeden Gehörlosen zum Fachmann menschlicher Körpersprache. Da liegt es nahe, diese besonderen Fertigkeiten in einen künstlerischen Zusammenhang zu bringen. Der in Wien lebende japanische Performance-Künstler Michikazu Matsune hat das Potential erkannt und wagt sich mit „Zeichensturm“ an ein geräuscharmes Bühnenexperiment. Die Begegnung zwischen ihm und sechs gehörlosen Darstellern führt zu einer humorvollen und gestenreichen Aufführung, die komplett in Gebärdensprache gezeigt wird. Sätze werden als Übertitelung auf Videoleinwände projiziert, Filme ergänzen das Bühnengeschehen. Die dadurch entstehende komplexe Welt aus Symbolen und Zeichen wirkt fremd und vertraut zugleich.

enaira

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