Paul-Spiegel-Filmfestival: Neue Perspektiven

Szene aus „Vergangenes Leben" | Foto: Iris Nesher

Verlängerte Laufzeit, mehr Spielstätten, mehr Unterhaltung – in seiner aktuellen Ausgabe hält das Paul-Spiegel-Filmfestival „Jüdische Welten“ einige Neuerungen parat. Gezeigt werden Filme, die unterschiedliche Facetten des jüdischen Lebens beleuchten oder in Israel gedreht wurden.

Im Judentum kommt der Zahl 13 maßgebliche Bedeutung zu: Sie symbolisiert die Religionsmündigkeit, den Eintritt ins Erwachsenenleben. So ist auch die 13. Auflage des Paul-Spiegel-Filmfestivals „Jüdische Welten“, das jährlich von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf (JGD) organisiert wird, eine besondere. Unter der neuen Kuratorin Polina Ivanova möchte die Kinoreihe verstärkt ein jüngeres, nichtjüdisches Publikum ansprechen, weshalb der Schwerpunkt des Programm auf Entertainment liegt.
Verlängert wurde auch die Dauer des Festivals, das sich zudem nun auf mehrere Spielstätten verteilt (UCI Kinowelt, Black Box, Bambi). An neun statt zuvor fünf Tagen werden vom 2. bis 10. Mai neun Filme jüngeren Datums gezeigt, überwiegend deutsche Erstaufführungen (im Original mit deutschen Untertiteln).
Den Auftakt macht das aufwühlende Kammerspiel „Morgengrauen“, basierend auf dem Roman des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel. 1947, zur Zeit des britischen Mandats in Palästina. Zionisten entführen einen britischen Offizier, um die Freilassung eines zum Tode verurteilten Kameraden zu erpressen. Nervenkitzel verspricht auch das israelische Gangster-Movie „Unser Vater“: Ein furchtloser Türsteher wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind und setzt dafür auf volles Risiko. Von Liebe und Verrat handelt das Drama „Der Ursprung der Gewalt“; in „Vergangenes Leben“ decken zwei Schwestern ein dunkles Familiengeheimnis auf.
Aus Czernowitz (Ukraine) stammt Herbert Rubinstein (82), der dort mit seiner Mutter im Ghetto lebte und im letzten Moment der Deportation nach Auschwitz entging. Von der Kamera begleitet, reiste er nach 71 Jahren erstmals an den Ort seiner Kindheit zurück. „Ich war hier“ heißt die sehenswerte 21-minütige Doku.
Für den Nachwuchs ist der Festival-Sonntag reserviert. Nachmittags läuft der actionreiche Fantasy-Streifen „Galis – die Reise zu Astra“, zuvor gibt es im Filmmuseum verschiedene Workshops für Kinder und Jugendliche.

Paul-Spiegel-Filmfestival „Jüdische Welten“: 2-10.5., verschiedene Orte, Düsseldorf