Prinzregenttheater Bochum: Romy Schmidt hört im Sommer auf

Romy Schmidt | Foto: Sandra Schuck

Romy Schmidt und der Trägerverein des Bochumer Prinzregenttheaters gehen ab Sommer getrennte Wege. Das Angebot, ihren im Sommer auslaufenden Vertrag um ein Jahr zu verlängern, hat die Leiterin ausgeschlagen. Der Theater-Streit, der die Stadt seit Monaten beschäftigt, hat damit die letzte Eskalationsstufe erreicht.

Nach einer öffentlich ausgetragenen Schlammschlacht Ende 2017 hatte sich der Trägerverein des Prinzregenttheaters mit Vertretern unter anderem aus der Lokalpolitik neu aufgestellt. Mediationsgespräche wurden geführt. Genützt hat das nichts.

Am Mittwoch informiert der Verein, dass man Theaterleiterin Romy Schmidt angeboten habe, ihren auslaufenden Vertrag „zu besseren Konditionen bis 2019 zu verlängern“ – also nur für ein Jahr. Schmidt und ihr Leitungsteam aus Frank Weiß und Sandra Schuck hatten eine Verlängerung von drei Jahren gefordert, um genug Zeit zu haben, künstlerische Pläne umzusetzen.

Warum man nicht längerfristig weiter zusammenarbeiten wolle, begründeten Hans Hanke und Susanne Muthig-Beilmann aus dem Trägerverein: „Das Regieteam um Romy Schmidt vertritt nach wie vor die Auffassung, dass Meinungsverschiedenheiten zwischen Verein und Leitung in der Öffentlichkeit ausgetragen werden müssen.“

Romy Schmidt, deren Leitungsteam nach Informationen des coolibri nie von sich aus nennenswerte Details über vereinsinterne Streitigkeiten in die Öffentlichkeit getragen hat, gab dann am Donnerstag ihren Rücktritt zum Ende der laufenden Saison bekannt: „Das vorliegende Angebot zeigt, dass meiner Arbeit perspektivisch kein Vertrauen zugesprochen wird.“

Vorstand Hans Hanke erfuhr von dieser Entscheidung durch die Medien und gab sich überrascht, aber zuversichtlich: „Zumindest eine Zwischenlösung wird sich für die Theaterleitung kurzfristig finden lassen. Die neue Intendanz müssen wir jetzt früher als geplant ausschreiben.“ Ins Auge gefasst habe man allerdings noch niemanden.

Romy Schmidts Vorgängerin Sibylle Broll-Pape hatte sich kürzlich zwar aus dem Vorstand des Trägervereins zurückgezogen. Als Mitglied entscheidet sie zusammen mit Familienmitgliedern und langjährigen Weggefährten aber weiter mit über die Geschicke des Theaters. Max Florian Kühlem