Vive la France: Klavier-Festival Ruhr 2018

Arcadi Volodos spielt am 28. Mai im Musikforum Bochum. | Foto: Marco Borggreve

Im Jubiläumsjahr bespielen beim Klavier-Festival Ruhr erstklassige Künstler Bochum und das Ruhrgebiet unter dem Leitthema deutsch-französischer Freundschaft.

Mit rund 66 Veranstaltungen bietet das Fest für Musikinteressierte auch dieses Jahr ein vielfältiges Konzertangebot. Vom 19. April bis zum 13. Juli finden quer durchs Ruhrgebiet Veranstaltungen statt, die eine große Bandbreite der Klaviermusik abdecken: Im Skulpturenpark Wuppertal, der Essener Philharmonie oder der Gebläsehalle in Duisburg können sich die Besucher auf Abende im Bereich Klassik und Jazz, auf Recitals, Kammer- und Orchesterkonzerte, Meisterkurse und Liederabende freuen.

Mao Fujita | Foto: Shigeto Imura

Deutsch-französische Freundschaft

100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs und im Jahr des 100. Todestages von Claude Debussy zelebriert das Programm 2018 deutsch-französische Freundschaft in und mit der Musik. Passend zum Motto des 30-jährigen Bestehens sind beim Festival auch bekannte französische Pianisten  wie Pierre-Laurent Aimard, Hélène Grimaud oder Jean-Yves Thibaudet vertreten. Als roter Faden ziehen sich Kompositionen von Debussy oder Ravel durch den Ablauf der Konzertabende, ausgefallenere französische Kompositionen wie die von Jean-Philipp Rameau oder Ernest Chausson runden den Programmakzent ab.

In Bochum und Umgebung werden insgesamt acht Konzerte gespielt, vier davon finden im 2016 eröffneten Anneliese Brost Forum statt. Am 28. Mai spielt der Preisträger des Festivals aus dem Jahr 2016, Arcadi Volodos, Stücke von Schuhmann, Brahms und Schubert. Der Intendant des Musikforums, Steven Sloane, zeigte sich auf der Pressekonferenz am 21. März erfreut „dem Forum etwas zurückgeben zu können“ und dirigiert dort am 20. Juni die Bochumer Symphonikern mit Joseph Moog am Klavier. Am 4. Juli spielt außerdem der Preisträger des Jahres 2013, Marc-André Hamelin, eine Auswahl von Debussys „Preludes“ nach Beethovens „Adelaide op. 46“ und Samuil Feinbergs „Sonate Nr.3 op. 3“.

„Die Besten der Besten“

Mit dem Wettbewerb „Die Besten der Besten“ erleichtert das Festival auch jungen Talenten den Schritt vor deutsches Publikum: Am 2.6. spielt der aus Japan stammende Sieger des Concours International de Piano Clara Haskil 2017, Mao Fujita, im Kunstmuseum Bochum. Auf dem Abendprogramm des erst 20-jährigen stehen unter anderem Debussy und Chopin. Stücke von Schubert oder Brahms interpretiert der Südkoreaner Yekwoon Sunwoo, Gewinner der 15. Van Cliburn International Piano Competition vergangenen Jahres, einen Tag später, am 3.6., ebenfalls im Kunstmuseum.

Jamina Gerl | Stefan Häusler

Auf technische Raffinesse gepaart mit einfühlsamem Spiel können sich Besucher der Zeche Holland in Bochum-Wattenscheid freuen: Jamina Gerl, national und international ausgezeichnet, gehört zu den größten Talenten ihrer Generation und präsentiert dem Publikum am 3. Mai dem frankophilen Schwerpunkt getreu unter anderem Stücke von Fauré, Ravel und Chabier.

Wer in den Genuss des gut kuratierten Programms kommen möchte, sollte nicht mehr zu lange zögern. Einige Konzerte sind bereits ausverkauft. Carla Kaspari