Essen ist Grüne Hauptstadt Europas

Blick auf den Stadtgarten | Foto: Johannes Kassenberg

Nachdem die Stadt Essen im Verbund mit dem Ruhrgebiet schon Kulturhauptstadt Europas 2010 war, trägt sie als nächstes den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“.

2015 hat sich Essen im Wettbewerb um diesen Titel gegen Nijmegen, s-Hertogenbosch und Umea durchgesetzt. Für die Ruhrgebietsstadt sprach, dass sie es in Rankings, die auf dem Grünanteil an den städtischen Flächen basieren, zur grünsten Stadt NRWs und drittgrünsten in ganz Deutschland brachte. Ein weiteres Pfund war der nachhaltige Wandel von der Montanstadt zur grünen Stadt. „Die Entwicklung von Grün zu Grau zu Grün hat Vorbildcharakter“, sagte Christina Waimann, Sprecherin des Projektbüros Grüne Hauptstadt.

Mit dem Titel verbunden ist ein Etat von nach jetzigem Stand rund 16 Millionen Euro. Damit können große Aktionen mit überregionaler Ausstrahlung finanziert werden. Zum Beispiel der Tag der Bewegung am 2. Juli, für den ein Teil des Rings um die Essener Innenstadt abgesperrt und zum Bewegungsparcour mit sportlichen und wissenschaftlichen Stationen wird. Oder das Fest „Paradiese und Utopien“ vom 7. bis 9. Juli im Essener Stadtgarten. Am ersten Tag verwandeln die Essener Philharmoniker den Park in einen Klanggarten, am Wochenende gehört er auch der Off- und alternativen Kultur, mobile Bürgerprojekte stellen sich vor.

Den offiziellen Festakt zur Eröffnung gibt es am 21. Januar im Musikpavillon des Gruga-Parks, am 22. Januar feiert die Stadt im gesamten Park ein großes Bürgerfest. Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen, hofft dafür auf Schnee für eine tolle Atmosphäre. „Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Programm ist ein bedeutsamer Schwerpunkt“, sagt sie. Und ergänzt: „Mit unserem Programm wollen wir dauerhafte Entwicklungen anstoßen, die die Lebensqualität Essen verbessert“.

Eine nachhaltige Entwicklung werden sicher die offiziellen Badestellen an der Ruhr anstoßen: Durch ein Frühwarnsystem zur Wasserqualität ist es möglich, einen Strand am Baldeneysee genauso für das Baden freizugeben wie voraussichtlich weitere acht Plätze am Fluss. „Das werden die Einzigen nach EU-Norm zertifizierten Badestellen an einem Fließgewässer!“, betont Christina Waimann, die als Neu-Essenerin überrascht war von der Vielzahl schon existierender grüner Projekte: Zehn Gemeinschaftsgärten gebe es schon in der Stadt. Unter den rund 200 geförderten Bürgerprojekten werden wohl noch weitere sein. Und natürlich kümmert sich die Grüne Hauptstadt auch darum, dass Essen fahrradfreundlicher wird.