Architek-Tour: Baugeschichtlich durch Düsseldorf

Klassiker am MedienHafen: Die Gehry-Bauten | Foto: Düsseldorf Tourismus

Im Hinblick auf das Bauhaus-Jahr 2019 hat die Düsseldorf Tourismus GmbH in Kooperation mit der Kunsthistorikerin Dr. Christina Kallieris eine neue Stadtführung entwickelt. Ab Juni 2018 kann man die baugeschichtliche Seite der Stadt kennenlernen. Wir sprachen mit Christa Konzok, die bei der Konzipierung mitwirkte.

Wie ist Düsseldorf architektonisch aufgestellt?

Düsseldorf war und ist seit Jahrhunderten Betätigungsfeld renommierter Architekten. Bedingt durch die starke Zerstörung im 2. Weltkrieg – nur vier Prozent der öffentlichen Gebäude haben die Zeit unbeschadet überstanden – wurde in Düsseldorf Wert darauf gelegt, historisch bedeutende Bausubstanz zu bewahren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Ein gelungenes Beispiel ist das ehemalige Stadthaus mit der einzigen erhaltenen Schinkel-Fassade der Stadt, heute das Hotel Medici.

Wie ist Ihre Führung aufgebaut und was beinhaltet sie?

Wir haben einen zweistündigen Architektur-Spaziergang mit sieben Stopps konzipiert. Die Route startet am Stahlhof, vorbei am Wilhelm-Marx-Haus und führt zum markanten Jugendstilgebäude des Kaufhofs von Joseph Maria Olbrich. Dann geht es zum Kö-Bogen mit Dreischeiben- und Schauspielhaus, zur Kunstsammlung NRW, vorbei an der Kunstakademie zum Ehrenhof. Dort endet die Tour.

Gibt es einen architektonisch besonders hervorzuhebenden Stadtteil?

Für Fans internationaler Architektur ist natürlich der MedienHafen ein „must“ mit seinen Bau-Ikonen von Frank O. Gehry, Claude Vasconi oder Fumihiko Maki. Auch das Ensemble von Gründerzeit- und Jugendstilbauten in Oberkassel ist ein sehenswertes Indiz für die Entwicklung, die Düsseldorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Bau der (alten) Oberkasseler Brücke und dem Sprung auf die linke Rheinseite gemacht hat. Mein persönlicher Favorit ist die klassizistische Carlstadt mit ihren Palais aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Wurden in jüngster Zeit Dinge gebaut, die als Klassiker gelten können?

Wenn ich Ihre Frage nach der „jüngsten“ Zeit eingrenze auf die letzten 20 Jahre, so gilt dies zweifellos für die Gehry-Bauten im MedienHafen und den Kö-Bogen von Daniel Libeskind, wo die Themen „Architektur“ und „Shopping“ eine großartige Symbiose eingehen.