Wer hat Angst vor Rot, Gelb, Blau? Ausstellung des Fotokünstlers Tobias Grewe

Der Kölner Fotokünstler Tobias Grewe hat einen Plan. Er möchte die Fotografie an ihre Grenzen bringen. Hilfsmittel macht er sich dabei nicht zu Eigen. Allein über die Steuerung von Licht, Perspektive und Bildausschnitt schafft Grewe es, die Wahrnehmung so zu beeinflussen, dass für den Betrachter nicht mehr auszumachen ist, ob es sich beim Ergebnis um ein Gemälde, eine Fotografie oder gar eine Bleistiftzeichnung handelt. Bei Beck & Eggeling in der Düsseldorfer Carlstadt sind ab dem 18. Januar Arbeiten des Künstlers zu sehen.

Der Titel der Schau gibt die Richtung vor: „Wer hat Angst vor Fotografie?“ Die provokante Frage schlägt eine Brücke zum amerikanischen Maler und Bildhauer Barnett Newman, einem Vorreiter der sogenannten „Colourfield Paintings“ der 1950er und -60er Jahre in New York. Wie in Newmans Arbeit „Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue“ aus dem Jahr 1966 sind auch die fotografischen Farbfelder von Tobias Grewe radikal reduziert auf die reine Form und Farbe. Große Flächen von scheinbar reiner Farbe werden in den Werken gelegentlich von schmalen Streifen unterbrochen. Letztere definieren einerseits die grafische Struktur der Komposition und deuten andererseits räumliche Verhältnisse an. Die Farbfelder werden also gleichzeitig visuell voneinander getrennt und konzeptuell miteinander verbunden. Des Künstlers Motivquellen sind letztendlich nicht mehr zu erkennen. Für das Verständnis der Werke sind sie ohnehin irrelevant. Schließlich handelt es sich nicht um Architektur- oder Dokumentationsfotografie, sondern um eine theoretische und sinnliche Auseinandersetzung mit der Wechselbeziehung zwischen Malerei und Fotografie.

Tobias Grewe „Who’s Afraid of Photography?“: 18.1.–23.2. Galerie Beck & Eggeling, Bilker Str. 4–6, Düsseldorf; Di–Fr 10–13 + 14–18, Sa 11–16 h