Theaterstück "Warteraum Zukunft"

Schöne neue Arbeitswelt: Warteraum Zukunft | Foto: Oliver Fantitsch

Im Hamsterrad

Der Autor und sein Protagonist haben eines gemeinsam: Beide gehören zu der Generation, die man gerne „Generation Praktikum“ nennt. Junge Menschen, die es trotz guter Ausbildung nicht an die Fleischtöpfe schaffen, die strampeln müssen, buckeln – und oft trotzdem nicht so recht vorankommen. Autor Oliver Kluck, Jahrgang 1980, scheint die skizzierte Entwicklung in seinem Umfeld wahrgenommen zu haben. Seine Beobachtungen hat er zu einem Theaterstück verarbeitet: „Warteraum Zukunft“. Protagonist des Bühnenspiels, das 2010 als Koproduktion zwischen dem Hamburger Schauspielhaus und den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt wurde, ist Daniel Putkammer. Nach Abitur, Studium und Doktorarbeit wartet der junge Ingenieur nun auf den großen Karrieresprung. Der aber mag sich nicht einstellen. Autor Kluck beschreibt den Arbeitsalltag seiner Hauptfigur als stumpfsinnig, als Existenz ohne Freiheitsgrade. Wer in einer solchen Umgebung überleben will, hat eigentlich nur eine Chance: Er muss sich seiner erfolgsorientierten, kalten Umgebung anpassen.

Was traurig und frustrierend klingt, gerät in der Inszenierung von Regisseurin Alice Buddeberg phasenweise durchaus komisch. Die drei Darsteller, alle in grauen Anzügen und mit weiß geschminkten Gesichtern, wechseln ständig ihre Rollen. Die Stimmung changiert zwischen Ernst und Slapstick. Irgendwann scheint es, als hätte es doch noch geklappt mit Putkammers Beförderung. „Ja“ brüllt er. Und „yeah“. Doch leider ist alles ein großes Missverständnis. Befördert wird eine Abteilung in Rumänien, nicht er. Ein Wechselbad der Gefühle. Für den Text wurde Kluck übrigens mit dem „Kleist-Förderpreis für junge Dramatik“ ausgezeichnet. Am 20. Januar ist das Stück als Gastspiel im Leverkusener Bayer Kulturhaus zu erleben.

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