Temps d’Images im tanzhaus nrw

Australian Dance Theatre | Foto: Chris Herzfeld

Bilderfluten

Wer das Programm im ehemaligen Straßenbahndepot aufmerksam im Auge behält, ist in Sachen aktueller Tanzpositionen stets auf dem Laufenden. Mit rund 200 Bühnenveranstaltungen jährlich ist das tanzhaus nrw in Düsseldorf ein Hort der Bilder, die aus den unterschiedlichsten Ausprägungen zeitgenössischer Arbeiten entstehen. Ergänzend steht das Festival „Temps d’Images“ auch in der 2013er Auflage für den konzentrierten Blick auf Kunstprojekte an der Schnittstelle von Tanz, Performance, Film und neuen Medien.

Neben den Aufführungen veranschaulichen und untersuchen Installationen, Ausstellung, Filmprogramm und Fachgespräche die Wandlung vom puren Körpereinsatz zur Bühnenpräsentation mit multimedialen Mitteln. Live zeigt der japanische Choreograf, Tänzer, Medienkünstler, Sound- und Lichtdesigner Hiroaki Umeda mit „Accumulated Layout“ und „Holistic Strata“ zwei seiner international erfolgreichen Solo-Arbeiten in deutscher Erstaufführung(10., 12.1.).

Physisch kraftvolle Elemente des Hip-Hop oder Butoh beispielsweise prallen auf radikal digitalisierte Klänge und Pixel-Szenarien. Zu live erzeugten Bildprojektionen überlassen sich in Anna Konjetzkys Choreografie „Filter“ Tänzerinnen mit nahezu materienhaften Bewegungen dem Rhythmus weltbewegender Politikerreden, u. a. von John F. Kennedy oder Nelson Mandela (11./12.1.). In Garry Stewarts „Proximity“ (15., 17.1.) kombiniert der künstlerische Leiter des Australian Dance Theatre erneut zeitgenössischen Tanz mit modernster Bildtechnologie. Das Ensemble agiert mit der Kamera. Diese Livebilder werden durch den Künstler Thomas Pachoud in Echtzeit zu psychedelischen Abbildern der Akteure verfremdet. So vervielfältigen, überlagern und formieren sich die Protagonisten in bizarren Bildern zu einer außergewöhnlichen neuen Nähe.

Am 11. und 12. Januar begegnen sich Choreograf Fabien Prioville und Musiker Hauschka in einer interaktiven Liveperformance. Darüber hinaus wird mit „Cinedans on Tour 2012“ am 11.1. auch ein cineastisches Highlight zum Thema geboten. Die Kurzfilme zeigen eigens für die Kamera kreierte oder speziell aufbereitete bereits vorhandene Arbeiten.

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