„Kabale und Liebe“ im Ruhrgebiet

| Foto: Andreas Köhring

Die Vermischung von Politik und Liebe hat bereits zu Friedrich Schillers Zeiten viele Querelen verursacht. Reich bleibt reich, arm bleibt arm, so will es das Naturgesetz. Und wenn in „Kabale und Liebe“ der adlige Ferdinand die Musikertochter Luise begehrt, dann ist das nicht gut. Auf fast jeder zweiten Ruhrgebietsbühne leidet sich das gepeinigte Paar durch die fünf Akte. Und während der Betrachter bei Sprüchen wie „Da liegt der Haas im Pfeffer“ noch schmunzelt, schlägt die moralische Keule in Sätzen wie „Meine Pflicht heißt mich bleiben und dulden“ gnadenlos zu.