Die Spiegelsynfonie: Solingen lässt Platz für Fantasy

| Foto: Christian Beier

Mal eben kurz die Welt retten

Vor kurzem berichtete coolibri über den Roman „Anton Pfeiffer“ von Anne Carina Hashagen, eine Art Harry Potter aus Wuppertal. Nun legt die Journalistin Lilian Muscutt mit „Die Spiegelsinfonie“ einen Fantasy-Roman vor, der in Solingen spielt. coolibri sprach mit der lokalverbundenen Autorin.

Erst Anton Pfeiffer, jetzt die Spiegelsinfonie – anscheinend birgt das Bergische Land diverse dunkle Geheimnisse … ein neuer Trend?

Muscutt: Das kann ich nicht sagen, Tatsache ist nur, dass mich das Genre des Urban-Fantasy-Romans sehr interessiert. Ich bin eigentlich kein Fantasy-Fan und mag keine Bücher über Völker, die sich gegenseitig bekriegen. Dann habe ich den Roman „Niemalsland“ von Neil Gaiman gelesen, der in London spielt und gedacht: Sowas würde auch in Solingen funktionieren!

Sie treten sehr für die Stadt ein, sind offenbar Solingerin mit Leib und Seele …

Sagen wir mal so: Mich interessiert die Stadt trotz ihrer Probleme. Sie hat ihre schönen Seiten und die möchte ich herausstellen. So kommen tolle Orte wie das Birker Bad oder die Gräfrather Klosterkirche vor, wobei Fakten und Fiktion aber deutlich vermischt werden …

Also eine Art Imageaufwertung für Solingen?

Vielleicht nicht ganz, ich möchte einfach den Blick auf die Stadt verändern und zeigen: Solingen hat keinen Kölner Dom, aber eine beeindruckende Schleifertradition. Die Probleme, die die Stadt hat, etwa die kulturellen Einsparungen, werden in der Geschichte aber genauso thematisiert.

Worum geht’s in Ihrem Roman?

Es geht um zwei junge Journalisten, Frank aus Wuppertal und Mina aus Solingen, die sich beide gerade in einer dunklen Phase ihres Lebens befinden: überarbeitet, beruflich perspektivlos und mit einer tiefen Sehnsucht, die Story ihres Lebens zu finden und nebenbei die Welt zu retten. In dieser ausweglosen Situation geraten sie immer mehr in eine Parallelwelt … Und am Ende retten sie dann auch wirklich die Welt.

Seit kurzem machen Sie auch Leseshows – was hat man sich darunter vorzustellen?

Ich lese aus meinem Buch, dazu spielt eine Freundin Klavier und ein Freund E-Gitarre. Im November hatten wir Premiere im Solinger Waldmeister vor rappelvollem Haus. Das war toll und wir planen schon neue Termine für 2013.

Was ist Ihr nächstes Projekt?

Ich möchte einen Krimi schreiben.

Der dann auch wieder in Solingen spielt?

Aber sicher, unbedingt!

Lilian Muscutt: Die Spiegelsinfonie (print on demand), erhältlich in allen Solinger Buchläden, bei „Kult“ in Wuppertal und bei allen Online-Händlern; facebook.com/diespiegelsinfonie