Die Krönung der Poppea

| Foto: Bettina Stöß

Mit einer klassischen Operninszenierung hat „Die Krönung der Poppea“ recht wenig zu tun. Für die Zuschauer führt der Weg zum Sitzplatz über die Gänge der Hinterbühne, an der Applausordnung und den Requisiten vorbei, direkt auf die Bühne.

Dort stehen goldene Tempelmauern, ein roter Läufer in der Mitte, rechts und links davon genießt das Publikum über knapp drei Stunden die Nähe der Darsteller. Und so vollzieht sich die derb-humorvolle Barockoper rund um die Liebelei von Kaiser Nero (Christoph Strehl) zu Poppea (Eleonore Marguerre) auf verschiedenen Bühnenebenen. Eine Empore bietet Platz für das großartige Orchester. Neben der gesanglichen Qualität des Ensembles begeistert auch dessen Ausdruckskraft. Mit ganzem Körpereinsatz gibt sich die verstoßene Ottavia ihrem Liebesschmerz hin (Katharina Peetz), so wie der stoische Philosoph Seneca (Christian Sist) mit seinen belehrenden Weisheiten die Leidenden in Rage bringt.

Viele beeindruckende, fast filmische Bilder findet Intendant Jens-Daniel Herzog in seiner Inszenierung. Senecas Tod in einer Wanne voller Bücher wird malerisch auf der Bühne zelebriert. Nero zerstört dies schöne Bild und stopft dem Toten Buchseiten in den Mund. Doch dank Amor hat Monteverdis Werk ein echtes Happy-End.

 

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