Fis, kein As

Erinnern Sie sich noch? Vor einem Monat lasen Sie an dieser Stelle einen Artikel über einen Holländer, der seine Käsebrötchen damit verdient, sich über sich, seine Landsleute, die Deutschen und das Verhältnis zwischen den beiden Nationalitäten lustig zu machen. Im März das gleiche Spiel noch mal, nur ersetzen sie bitte den Holländer durch einen Polen. Statt Wohnwagen, Joint und Linda de Mol also Autoklau, Wodka und … ja, wer eigentlich? Ist Marek Fis wirklich der prominenteste Pole, der in Deutschland lebt?

Während Sie sich durch den Kopf gehen lassen, ob es auch noch andere Exemplare dieser Gattung gibt und wer von ihnen diesen Titel vielleicht eher verdienen würde als Fis, kurz ein paar Worte zu diesem 27-Jährigen, der mit seinem Programm „Ein Pole legal in Deutschland“ am 16. März ins Düsseldorfer Savoy Theater kommt. Er sieht so gut aus, dass er jeden seiner Auftritte mit dem Spruch „Nur gucken, nicht anfassen!“ beginnen muss. In seiner Heimatgemeinde – Name leider unaussprechlich, aber zum billig Kippen kaufen wohl ein In-Spot – wurde er schon einmal zum zweiterotischsten Mann gewählt – direkt nach seiner Mutter. Und vor deutschem Publikum spielt er deswegen so gerne, damit er auch mal die Gesichter zu den Autos sieht. Marek Fis – und das unterscheidet ihn beispielsweise vom Culture-Clash-Boy des Monats Februar, Philip Simon – bedient Klischees und Vorurteile, ohne sie aufzulösen. Deswegen geraten seine Pointen nicht selten in diese Preiskategorie, zu der sich Deutsche in seinem Dorf hin und wieder mit Zigaretten eindecken. Aber keine Angst. Fis kann das ab. Er ist kampferprobt, vor allem mit seinen Auftritten und Verarschen diverser Coaching- und Castingshowformate im „Fun.Club“ auf RTL II. Apropos Vorurteile: Wie stellt man sich eigentlich den durchschnittlichen RTL-II-Zuschauer vor? Richtig! Manchmal sind Klischees doch ganz hilfreich.

SG

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