Roman aus Düsseldorf: „Scheiße bauen: Sehr gut“

Tobias Steinfeld | Foto: A. Köhler

Inklusion beginnt im Kopf. Tobias Steinfeld arbeitete während seiner Studienzeit als Inklusionshelfer an einer Förderschule, leitet heute Schreibwerkstätten für Jugendliche und schreibt selbst Geschichten. Dass er viel zu erzählen hat, beweist der Düsseldorfer mit seinem Romandebüt „Scheiße bauen: sehr gut“.

Inklusion – das bedeutet für Tobias Steinfeld, dass alle mitmachen können. Die Voraussetzung dafür ist seiner Meinung nach, dass Menschen mit und ohne Behinderung natürlich und völlig selbstverständlich miteinander umgehen.

So entstand auch die Idee zu seinem Roman, in dem der 14-jährige Gymnasiast Paul für ein Praktikum an eine Förderschule kommt und prompt für einen neuen Mitschüler gehalten wird – mit Handicap. Dem Thema Inklusion nähert sich Tobias in seinem Jugendroman (der sich ebenso an Erwachsene richtet) mit viel Humor, aber auch Kritik: „Mir ist wichtig, dass meine Texte unterhaltsam sind. Also habe ich den Spieß umgedreht. Ein Gymnasiast versucht sich an der Förderschule zu integrieren. Was „normal“ ist und was nicht, muss jetzt ganz neu ausgelotet werden.“

Was ist schon normal? Für Tobias funktioniert Inklusion an Schulen nur, wenn Berührungsängste abgebaut werden. Ein guter Grund für ihn, „Scheiße bauen: sehr gut" zu schreiben. Was den natürlichen Umgang zwischen Menschen mit und ohne Behinderung angeht, sieht er im deutschen Schulsystem Nachholbedarf: „Ich habe neulich eine Lesung gehalten, da sagte ein Schüler mir: ‚Wir sind eine Inklusionsklasse.‘ In Deutschland bekommt eine Klasse sogar einen anderen Namen, weil ein Mädchen mit Rollstuhl Teil der Klassengemeinschaft ist. Das zeigt, dass wir noch überhaupt nicht weit sind mit der Inklusionssache. Es fehlt die Selbstverständlichkeit.“

Am 13. Februar erscheint der Roman „Scheiße bauen: sehr gut" im Thienemann Verlag. Schon jetzt kassiert der Düsseldorfer Autor mit seinem Debüt viel positive Resonanz und wurde unter anderem mit dem Mannheimer Feuergriffel-Stipendium ausgezeichnet.

Im Februar gibt Tobias Steinfeld zwei Lesungen zu seinem Debüt:

17.2., Haus der Jugend, Neuss

24.2., postPOST – Grand Central, Düsseldorf

 

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