Lazarus: Scary Monsters

Hans Petter Melø Dahl und Lieke Hoppe | Foto: Thomas Rabsch

„Look up here, I’m in heaven“ – im Nachhinein erscheinen Textpassagen des Songs „Lazarus“ von Bowies letztem Album wie auch das gleichnamige Musical als Vermächtnis des großen Künstlers. Doch als solches war „Lazarus“ nicht geplant, das an Walter Tevis‘ Roman „Der Mann, der vom Himmel fiel“ anknüpft.

In dessen Verfilmung von Nicholas Roeg (1976) gab David Bowie in der Rolle des Thomas Jerome Newton sein Kinodebüt. Seitdem trieb ihn die Idee einer Fortsetzung als Musical um. Drei Jahrzehnte später sicherte er sich die Rechte für das Bühnenstück, das er gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh verfasste. Im Dezember 2015 gelangte es in New York zur Uraufführung und wurde später mit großem Erfolg in Bowies Geburtsstadt London gespielt.
Unter der Regie von Matthias Hartmann zeigt das Schauspielhaus jetzt „Lazarus“ in deutscher Erstaufführung; Premiere ist am 3. Februar. Das Stück spinnt die Geschichte von Thomas Jerome Newton weiter. Als Außerirdischer war dieser auf der Erde gelandet, um Wasser für seinen Heimatplaneten zu suchen. Doch seine Rückkehr zu den Sternen scheiterte, er zerbrach an der Gier und Oberflächlichkeit der menschlichen Zivilisation und büßte seine übersinnlichen Fähigkeiten ein.

Im Musical begegnet uns Newton (Hans Petter Melø Dahl) als gewöhnlicher Erdenbürger, den die Dämonen der Vergangenheit heimsuchen. Seine Unsterblichkeit quält ihn, er giert nach Erlösung und ertränkt seinen Schmerz in Gin. Diverse Figuren tauchen auf, darunter ein junges Mädchen, ähnlich verloren wie er, das ihm den Weg zur Befreiung ebnen könnte …
„Lazarus“ ist eine fulminante, mystische Show, gespickt mit Bowie-Klassikern wie „The Man Who Sold the World“, „Absolute Beginners“, „Heroes“ oder „This Is Not America“. Eine besondere Produktion, für die das wegen Sanierungsarbeiten geschlossene Schauspielhaus ausnahmsweise geöffnet wird – Große Bühne frei für David Bowie!