Frau Luna: Mondsüchtig in Dortmund

Abschiedsrolle: Hannes Brock als Prinz Sternschnuppe | Foto: Fotografie Bjoern Hickmann

Frau Luna lädt zum Ball – Kometen eilen herbei und Planeten machen sich fein. Auch Pluto – aber der darf ja nicht mehr. Die Berliner Operette glitzert und funkelt sich durch den Premierenabend in Dortmund. Mittendrin drei Typen aus einem Berliner Hinterhof, die es mit ihrem Express-Ballon hinauf zum Erdtrabanten geschafft haben. Eigentlich, um ihrer Vermieterin, Frau Pusebach, zu entkommen, aber die hing leider am Seil hinten dran. Logisch ist das alles nicht – ist aber auch nicht Sinn der Sache.

Fritz Steppke (Bonko Karadjov) will mit seinem Express-Ballon zum Mond. Da kommen Lämmermeier (Morgan Moody) und Pannecke (Marvin Zobel)lieber mit, bevor sie der Pusebach (Johanna Schoppa) in die Hände fallen. Was sie dort – nach einem Schwarz-Weiß-Video ihrer abenteuerlichen Fahrt – erwartet, ist allerdings nicht der schnöde Mann im Mond, sondern die glamouröse Frau Luna und ihr Gefolge. Und schon ist der Zuschauer mittendrin in einer wunderbaren Revue mit 20er-Jahre-Kostümen, versteckten Scherzen und viel, viel, viel Glitzer.Die Ausstattungsoperette „Frau Luna“ lebt zunächst vom Kontrast zwischen verrotztem Berliner Hinterhof und prunkvollem Mondpalast, sie lebt vom Witz und Charme, der sich aus diesem Zusammenspiel ergibt; sie lebt aber vor allem von den Musikstücken, allen voran „Das ist die Berliner Luft“. Die Dortmunder Fassung beinhaltet zusätzlich zu Paul Linckes Original (uraufgeführt 1899) noch die Stücke „Glühwürmchen“ aus Lysistrata, „bis morgen früh um fünfe“ aus der gleichnamigen Revue und „Es war einmal“ aus Im Reich der Indra. Letzteres ist Hannes Brocks letztes großes Solo. Auch die Sängerin Emily Newton verabschiedet sich bald aus Dortmund. Sie glänzt als Frau Luna, nicht nur in ihren Glitzerkostümen, sondern auch als Luftballettakrobatin. Ihr Einsatz und Erik Petersens (Regie) Mut, die Gute im Vertikaltuch hängend singen zu lassen, werden belohnt: Minutenlange Standing Ovations verabschieden die Darsteller nach rund drei Stunden von der Bühne.

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