Dass Kängurus gute Boxer sind, ist ja allgemein bekannt. Dass sie aber auch Fahrräder klauen, kommunistisch geprägt sind und sich ansonsten am liebsten mit subversiver bis dreister Kritik an Mitmenschen, Politik und Gesellschaft üben, das erfährt nur, wer die Bücher von Marc-Uwe Kling liest oder zu einer seiner Lesungen geht. Der Berliner wohnt nämlich mit einem Känguru zusammen und erlebt mit ihm Geschichten, die eigentlich auf keine Kuhhaut gehen. So viele, dass er damit schon drei Bücher füllen konnte, unter anderem „Das Känguru-Manifest 3D“, das die neuesten Känguru-Theoreme und Absurditäten vom Alltag mit Beuteltier enthält. Und weil das sehr unterhaltsam ist, sind Kling und sein Australischer Gast gerade unterwegs auf Lesereise. Den Zuschauer erwartet u. a. Geschichten darüber, wie das Känguru eine Anti-Terror-Organisation gründet und dazu subversive Anti-Terror-Anschläge durchführt, wie es sich selbst zum Papst ernennt und sich außerdem intensiv mit dem Klimawandel beschäftigt. Dazu gibt es auch das eine oder andere Lied, gesungen von Kling und – wer weiß – vielleicht eskaliert das Ganze auch nach kurzer Zeit – denn beim Känguru weiß man das nie so genau. Am besten zur Sicherheit am besten ein paar Boxhandschuhe mitbringen.
Sven Halen
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