Manuel Möglich liest "Alles auf Anfang"

Manuel Möglich | Foto: zakk

Im Neo Magazin Royale erzählte Manuel Möglich kürzlich von seiner bislang unangenehmsten Lesung. Diese habe in einer „sehr kleinen Stadt in Ostdeutschland“ stattgefunden. Sieben Leute waren gekommen, die Hälfte davon aus Berlin. Am 25. und 26. April liest er in Düsseldorf und Köln. Unsere Prognose: Es werden mehr als sieben Zuhörer anwesend sein.

Erfrischend vorbehaltslos hörte der Journalist im TV-Format „Wild Germany“ den unterschiedlichsten Menschen zu. Solchen, deren Anliegen es ist, sich Körperteile amputieren zu lassen, Pädophilen und Satanisten. Aber auch: Schlagerstars. Unangenehm ging es dabei zuweilen zu, auch für die Zuschauer. Was bei ZDF Neo begann, ist heute der Renner bei Netflix. Sein zweites Buch hat Möglich ebenfalls just veröffentlicht. Und auch hier tut er, was er am besten kann. Er redet mit Menschen und taucht ein in deren Geschichten und Weltanschauungen. „Alles auf Anfang“ lautet der Titel seiner Geschichten- und Erlebnissammlung, in welcher er Stippvisiten bei den unterschiedlichsten Gemeinschaften und Utopien schildert. „Auf den Spuren gelebter Träume“, so der Untertitel des Buchs, bewegt sich der 39-Jährige tatsächlich, wenn er etwa die Aktivisten im Hambacher Forst begleitet und erfährt, wieso manch einer sich aufgibt - für das große Ganze. Oder welche Motivation Marsflug-Aspiranten antreibt. Das ist nicht nur spannend und interessant zu lesen, als Beobachter des Abwegigen und der persönlichen Beobachtungen Möglichs. Es ist auch eine fast kontemplative Gelegenheit, sich selbst zu hinterfragen. Zu seinen Lesungen bringt der Autor außerdem Bilder und Videos seiner Reisen mit, die ihn von Polyamorie-Anhängern über ein Benediktinerkloster bis hin nach Kalifornien zu Cyborg-Jüngern führten. Wir sparen uns an dieser Stelle die überstrapazierten Möglich-Wortwitze und weisen darauf hin: ein äußerst lesenswertes Buch! Nadine Beneke