Jubiläum: Stummfilmreihe Staub und Kratzer

| Foto: Staub und Kratzer

Henk van Dreumel kann man leicht zum Lachen bringen. Indem man ihn fragt, wie viele Filme er eigentlich in seinem Fundus hat. Unzählige nämlich. Seit zehn Jahren veranstaltet der Sammler und Liebhaber zusammen mit seinem Team an verschiedenen Orten die Düsseldorfer Stummfilmreihe Staub und Kratzer. Im Dezember findet an zwei Tagen das große Jubiläum statt.

Angefangen hat alles auf einem Filmfestival in Italien. Von dort aus brachte Henk van Dreumel die Idee für eine Stummfilmreihe mit der Musik verschiedenster Bands mit. Ursprünglich im FFT begonnen, wanderte die Veranstaltung schließlich an verschiedene Orte und bekam den Namen „Staub und Kratzer“. 14 Ausgaben sind inzwischen über die Bühne gegangen, in der Johanneskirche etwa, dem Bambi oder, wie im Dezember, in der Black Box. Fest steht: Keine Staub und Kratzer-Veranstaltung gleicht der anderen. Dazu gehört, dass sich die Musiker an „Sachen herantrauen, die sie sonst nicht machen“, erzählt van Dreumel. Chogori waren schon zu Gast, genau wie Crystin Fawn. Aber auch Musiker und Projekte aus England, Australien, Italien, Dänemark, Japan, Mosambik, USA und Spanien. Die Filme reichen vom Puppentrickfilm bis zu Experimentellem, mal in Farbe, mal in Schwarz-weiß.

Puppentrickfilm mit Vogelstimmen 

Für die Jubiläumsausgabe, die diesmal gleich an zwei Terminen, am 22. und 23.12., in der Black Box stattfindet, hat das Team ein besonderes Programmpaket geschnürt. Ein Highlight für van Dreumel, der neben seiner passiven Filmleidenschaft selbst Filme dreht und als Individualpädagoge arbeitet: Maryanne Piper. Auf die Australierin traf er vor einiger Zeit im Rahmen einer Performance in der Kunsthalle. Nun vertont sie am 22. live einen  Puppentrickfilm – „nur mit Vogelstimmen“. Ebenfalls live mit dabei sind Thilo Schölpen, „der schon seit Wochen auf der hauseigenen Orgel übt“ sowie Die Wilde Jagd. Insgesamt werden am ersten Jubiläumsabend rund 15 Filme zu sehen sein, aus allen Genres. Wie van Dreumel es beschreibt: „Slapstick, ernsthaft, völlig unterschiedlich.“ Für den vorab aufgenommenen Soundtrack sorgen unter anderem Chogori, Crystin Fawn und Ampersand. Am 23. liefern Love Machine dann live den Soundtrack zu „Nosferatu“. Wichtig ist den Veranstaltern, dass die Bands „absolute Freiheit“ haben, was die musikalische Gestaltung angeht. Heraus kommen immer wieder Überraschungen. „Im Vordergrund steht aber immer das Gesamtpaket“, betont van Dreumel. Und das funktioniert, seit zehn Jahren. Nadine Beneke