Stadt als Spielraum

Wechselbeziehungen

Die Auftritte von Regisseur Michael Schmidt und seinem Ensemble gehen traditionell an ungewöhnlichen Orten über die Bühne. Beim interdisziplinären Einsatz von Theater, Tanz, Performance, Video und Musik übernehmen die wechselnden und sehr speziellen Räumlichkeiten eine entscheidende Rolle. Damit ergeben sich völlig neue Perspektiven, nicht nur auf ein Stück, sondern auch auf den urbanen Lebensraum, die eigene Stadt. Derzeit befasst sich das Ensemble mit der auf zwei Jahre angelegten Trilogie „Gesellschafts : Form : A(k)tionen/Performatives für Zukünftiges“, deren erster Teil „Inneres oder das abgeklebte Kameraauge des Notebooks“ zu Beginn des Jahres zu sehen war.

Nun feiert Teil II in Düsseldorf und Essen Premiere. Unter dem Titel „organisches oder die Roboterleitfischchen im System“ setzt sich das Team mit den Wechselbeziehungen von Digitalem, Archaischem und Demokratischem auseinander. So untersucht diese Arbeit den wachsenden Einfluss moderner Technologien und zunehmend komplexerer Strukturen auf unsere Welt, der wir als „analoges“ Wesen oft nur noch nahezu hilflos, wenn nicht gar archaisch gegenüber stehen können.

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Kritik: Tatraum projekte schmidt - Des Schutzraums beraubt

Ausgehend von der Betrachtung des Flyers machen uns vor Beginn des Stücks zwei Dinge Angst: der Titel „Organisches oder die Roboterleitfischchen im System“ und der Hinweis „Bitte warme Kleidung mitbringen“. Die 14. Produktion von tatraum projekte schmidt, die am vergangenen Mittwoch im Boui Boui Bilk Premiere hatte, klingt zunächst sperrig und kalt. Um kurz nach acht werden die Zuschauer in [mehr...]