Samstagsarbeiter: Robinson Crusoe

Warmer Regen? Subbotnik. | Foto: Tom Jasny

Es gibt immer einer was rein und die anderen drehen es durch den Wolf.“ So beschreibt Regisseur Martin Kloepfer die Zusammenarbeit des deutsch-russischen Theaterkollektivs Subbotnik. Musiker Kornelius Heidebrecht und Schauspieler Oleg Zhukov drehen den Wolf für Theaterstoff ebenso wie Kloepfer. Und das schon seit 18 Jahren.

Kornelius und Oleg lernten sich als Jugendliche in der Schule kennen und sammelten erste Bühnenerfahrungen gemeinsam. „Kornelius war ein begnadeter Pianist und auch schon ein sehr guter Geschichtenerzähler“, beschreibt Zhukov seinen Kollegen. Ungefähr zehn Jahre danach kam der Dritte der Subbotniks ins Boot. Der hochgewachsene Martin Kloepfer wurde zum festen Gruppenmitglied. Im vergangenen Jahr gaben die Kreativen ihrem Tun dann einen Namen. „Auf ‚Subbotnik’ gekommen ist der einzige nicht-russische Muttersprachler“, schmunzeln Heidebrecht und Zhukov und deuten auf Kloepfer. Allerdings haben sie sich längst von der wortwörtlichen, unentgeltlichen „Samstagsarbeit“ gelöst. Im Februar waren sie zuletzt im Düsseldorfer FFT zu Gast und spielten das hochgelobte Werk „Die Sehnsucht des Menschen ein Tier zu werden“.

Während bei dieser Geschichte die Entfernung vom Menschlichen im Vordergrund stand, geht es im neuesten Projekt darum, Mensch zu bleiben. Ab dem 1. Dezember wird der Klassiker „Robinson Crusoe“ an fünf Terminen im FFT Juta zu sehen sein. Fünf Personen, ein großer Tisch und viele Puppen werden sich dabei auf der Bühne befinden. „Es wird ein Geschichtenerzählabend“, verrät Regisseur Kloepfer, der für Subbotnik auch selbst auf der Bühne stehen „darf“. Erlaubt ist generell sehr viel: Grenzen im Darstellerischen widerstreben der Gruppe. Deshalb hören die Zuschauer ab acht Jahren im Dezember dank Heidebrechts Tonkunst das Meer rauschen und können sowohl den gesanglichen als auch tänzerischen Darbietungen der Subbotniks und zweier Gastdarsteller beiwohnen. Auf die Frage, wie denn die Geschichte eines Einzelnen auf fünf Personen übertragen werden könne, lacht Kloepfer verschmitzt: „Ich denke, irgendwann wird einer der Robinson sein und die anderen helfen ihm. Frei nach dem Motto: ‚Einer für alle, alle für einen’!“

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