Musterknabe aus der Büchse

Dosenkind Konrad in Gelsenkirchen | Foto: Pedro Malinowski

Nach Max und Moritz oder Rotkäppchen soll es nun also „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“ sein. Der vielseitige Komponist Gisbert Näther (Mitglied im Deutschen Filmorchester, Kompositionen für Kammermusik und Orchester) ist zwar den Blasinstrumenten zugewandt, aber für die Gelsenkirchener Auftragsarbeit legt er sein Horn zur Seite und schafft eine freitonale Klangwelt für das Kinderbuch von Christine Nöstlinger. Denn was die lebenslustige, aber völlig chaotische Frau Bartolotti in Form einer Konservendose per Post ins Haus geliefert bekommt, ist extrem ungewöhnlich. In der Büchse hockt der fabrikneue Musterknabe Konrad, so brav und folgsam, dass es weh tut. Frau Bartolotti, die musikalisch dem Klang der Klarinette folgt, und Apotheker Herr Egon, stets erkennbar an Posaunenklängen, beginnen mit der Umerziehung. Für das Maschinenkind gibt es ein Pop-Schlagzeug auf der Bühne sowie eine rhythmische Einlage auf Öldosen. Das Libretto des Familienstücks kommt von Ulla Theißen, die auch die Regie verantwortet.

 

 

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