Home is where the art is: 'kommen sie nach hause'

kommen sie nach hause #7 – Wohnung in Beirut

1999 startete die in Köln lebende Künstlerin Steff Adams ein ungewöhnliches Ausstellungsformat mit noch ungewöhnlicheren Exponaten, das den einladenden Titel „kommen sie nach hause“ trägt und nun ein Wochenende lang im Bochumer Alsenwohnzimmer gastiert.

Kein White Cube, keine vollendeten Werke. Stattdessen eine Privatwohnung und allerlei Skizzen, Spielereien, Unfertiges. Genauer gesagt: Künstlerische Nebenprodukte, die ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, dann aber doch den Laufpass erhielten.

Vor 14 Jahren gab die gebürtige Bochumerin Steff Adams derartigen Artefakten – überwiegend kleinformatige, meist ungerahmte Papier- und Fotoarbeiten sowie Videos, Bücher, Objekt und audiovisuelle Installationen – aus den Ateliers zahlreicher Kunstschaffender in ihrer Kölner Wohnung erstmals ein neues Zuhause. Seither tourt das Non-Profit-Projekt in jährlich wechselnder Konstellation, darunter bekannte und weniger bekannte Künstler verschiedener Länder, rund um den Globus, von Stadt zu Stadt, von Wohnung zu Wohnung. Ebendort wird von der Küche bis ins Badezimmer jeder erdenkliche Platz genutzt, um sämtliche Un-Werke der rund 100 Beteiligten unterbringen zu können. Ein pralles Konvolut, in dem sich Schräges und Schönes findet, das inspiriert und nicht zuletzt kreative Arbeitsweisen und -prozesse sichtbar macht.

Bochum holt die internationale Wanderausstellung (bisherige Stationen waren u. a. Accra, Amsterdam, Auckland, Beirut, Berlin, Chicago, Düsseldorf, Frankfurt, Madrid, New York, São Paulo, Tokyo) und seine Initiatorin nun bereits zum zweiten Mal nach Hause. An dieser Stelle mögen Erbsenzähler dem Alsenwohnzimmer ja vielleicht vorwerfen, es sei ja keine echte Wohnung; der Rest wird dessen privat-gemütlichen Charakter zu schätzen wissen.

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