Aus dem Häuschen: Yury Kharchenko

BU: Yury Kharchenko: House of Mushroom Forest, 2013

Yury Kharchenko ist noch nicht einmal 30 und hat schon viel erreicht. Geboren 1986 in Moskau, absolvierte der Maler sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Heute gilt der junge Mann, dessen Arbeiten bereits in diversen Sammlungen vertreten sind und der in diesem Jahr u. a. Einzelausstellungen in Amsterdam, Berlin und Connecticut hatte, als Ausnahmetalent. Wie so viele Ausnahmetalente hat er der Landeshauptstadt allerdings mittlerweile den Rücken gekehrt. Kharchenko lebt und arbeitet in Berlin. Für eine Einzelausstellung kehrt er nun zurück in seine frühere Heimat. Unter dem Titel „Mein Haus“ werden Werke vom ihm in der landeshauptstädtischen Galerie Clara Maria Sels präsentiert.

Der Ausstellungstitel hat dabei glatt untertrieben. Nicht ein Haus erwartet die Besucher, sondern ein Häusermeer von kraftvoller Farbigkeit. Sich überlagernde Malschichten kennzeichnen die Werke von Kharchenko. Was die Farbe angeht, nutzt er ein breites Spektrum. Angefangen bei hellen, warmen Tönen bis hin zu kühlen, dunklen. Mit diesem Hell-Dunkel-Kontrast betont der Künstler den Unterschied zwischen Innen und Außen. Das eigene Haus stellt er dabei als Ort der Geborgenheit, des Wohlbefindens dar, in dem dem Menschen die Außenwelt nichts anhaben kann. Nur schemenhaft zeichnet sich die Hausform in den Gemälden vor einer meist waldartigen Landschaft im Bildhintergrund ab. Baumstämme und Äste gemahnen an eine Märchenwelt.

Im Niemandsland zwischen malerischer Abstraktion und gegenstandbezogener Malerei sind die Kharchenko’schen Werke anzusiedeln. Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen und lassen den Betrachter eintauchen in ein vielfältiges Seherlebnis. Dabei wirken die Bilder je nach Position des Schauenden völlig unterschiedlich. Aus größerer Entfernung sieht man kaum mehr als ein Geflecht aus Farben und Formen. Tritt man hingegen näher heran, fallen zahlreiche Details ins Auge. So taucht immer wieder der menschliche Körper auf. In einem Bild schweben sich berührende Hände paarweise gen Himmel. So verleiht der Künstler seinen Arbeiten eine mystische und rätselhafte Note. Aller Farbigkeit zum Trotz.

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